Bertrand Herz am 5. Juni 2009 in der Gedenkstätte Buchenwald. Foto: Peter Hansen. SGBuMD

Statement von Bertrand Herz

Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD), zur Begegnung mit US-Präsident Barack Obama im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald am 5. Juni 2009

Es ist sehr wichtig, dass der Präsident der Vereinigten Staaten nach Buchenwald gekommen ist, wo er konkret die Barbarei der Nationalsozialisten gegenüber den gefangenen Häftlingen nachvollziehen konnte: durch die Überreste des Lagers, durch Fotografien und mittels Erläuterungen, die von Prof. Knigge und von Elie Wiesel und mir, zwei Zeitzeugen, gegeben wurden.

Man muss ganz besonders betonen, dass dies das erste Mal ist, dass ein US-Präsident, der die höchste politische Verantwortungen trägt, hier herkommt und auf dem Gelände, am historischen Ort, sich von den furchtbarsten Verbrechen, die aus der Verachtung der Menschenrechte begangen wurden, überzeugte, und ebenso vom Mut der Widerstandskämpfer aus vielen Ländern, die u.a. auch das Leben von über 900 Kindern und Jugendlichen im Lager schützten.

In einer Zeit, in der Handlungen von Politikern häufig wegen ihres bloßen Funktionalismus und ihres Mangels an moralischem Fundament fragwürdig werden, ist der heutige Besuch eine große Hoffnung für das weitere Handeln auf der Weltbühne dieses jungen Präsidenten der Vereinigten Staaten.