Sortierversuch Fliesen des ehemaligen Operationssaales II des Häftlingskrankenbaus, Foto: Anke Binnewerg. Gedenkstätte Buchenwald

Die Ausstellung "Public Viewing - Interventionen in Buchenwald" der beiden Künstlerinnen Anke Binnewerg und Susan Donath wurde vom 4. Februar bis zum 18. März 2012 in der Kunstausstellung der Gedenkstätte Buchenwald (Keller der ehemaligen Desinfektion) gezeigt.

Dass ein musealer Ort neue Sinngebungen herausfordern kann, bewiesen Anke Binnewerg und Susan Donath mit ihren „Interventionen“ in der Gedenkstätte Buchenwald. Die beiden Künstlerinnen definierten Intervention als „Zugabe“ im Sinne eines reversiblen und offenkundigen Eingriffs. Ihre Entwürfe in Form von Zeichnungen, Fotomontagen und modellhaften Anordnungen hatten sie konsequent von den örtlichen Gegebenheiten aus entwickelt. Die ausgewählten Orte – darunter der ehemalige Häftlingskrankenbau des Konzentrationslagers Buchenwald, ein Gartenteich in der SS-Führersiedlung sowie die „Straße der Nationen“ im Buchenwald-Mahnmal von 1958 – wurden in ihrer Beschaffenheit ernst genommen und symbolisch verändert, ergänzt oder in einen irritierenden neuen Kontext gesetzt – etwa indem sie den heutigen Alltag kreuzten.
Dabei bewegten sich Anke Binnewerg und Susan Donath im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Denkmalpflege und künstlerischer Auseinandersetzung. Die langjährige Zusammenarbeit beider mit der Gedenkstätte im Bereich der archäologischen Denkmalpflege und ihre intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Ort spiegelte sich in den Entwürfen wider. Neben ästhetisch-formalen Überlegungen boten sie Lösungsansätze für konkrete Problemfelder wie den Verfall der baulichen Überreste des Lagers oder sie fokussierten spezielle inhaltliche Fragen, die Aktualität der NS-Zeit etwa.

Beide Künstlerinnen haben an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ein Diplom- und ein Meisterschülerstudium der freien Kunst absolviert, Anke Binnewerg im Bereich Malerei und Grafik, Susan Donath im Bereich Bildhauerei. Seit 2007 leben beide als freischaffende Künstlerinnen in Dresden.