Französische Überlebende haben sich anlässlich eines Besuchs des In-ternationalen Roten Kreuzes vor dem früheren SS-Revier zum Gruppenfoto aufgestellt, 17./​18. April 1945, Comité International de la Croix-Rouge, Genève

Nach dem Erinnern – Neue Wege der Gedenkkultur?!

Feierliche Eröffnung des Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte am 30.10.2022 um 18 Uhr in der Notenbank, Weimar

Am 30. Oktober 2022 geschieht in Weimar Beispielloses: Mit einem feierlichen Akt ernennt die Stadt Weimar sechs französische Überlebende des KZ Buchenwald und seiner Außenlager zu Ehrenbürgern der Stadt. Sie erweist den ehemaligen Häftlingen damit die höchste Ehrung, die die Stadt vergeben kann. Jacques Bloch, Armand Bulwa, Robert Galafrio, Jacques Moalic, Raymond Renaud und Raymond Touraud gehören zu jenen, die Buchenwald nicht nur als Gedenkstätte, sondern auch als Ort des Verbrechens kennen und sich »erinnern«. An uns ist es nun, dieses »Erinnern« in Gedenken umzuwandeln und in die Zukunft zu tragen.

Solche ehrenden Gesten sollten ein selbstverständliches Anliegen der Gesellschaft sein, die sich aber nicht darauf ausruhen darf. Diese Gesten bilden bestenfalls ein Scharnier zwischen der Epoche der Aufarbeitung mit den Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und einer neuen Zeit, in der die »Erinnerung« an die Verbrechen des Nationalsozialismus auf andere Art präsent bleiben muss. Wie kann das aussehen? Denkmäler allein reichen hierfür mit Sicherheit nicht: Im Diskurs der Gesellschaft müssen Opfer und Täter präsent bleiben, damit es beim »Nie wieder!« bleibt.

Das Oldtime-Jazz-Ensemble der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar spielt Titel des Jazzorchesters von Buchenwald, das 1943 – 1945 im Lager existierte.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Weimar, der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und des Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte.