Open Access – Ja, aber!? Digitaler Zugang zu Gedenkstätten und Gedächtnisinstitutionen

Workshop am 27. und 28. Oktober 2022, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen oder online via Zoom

Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Öffnung von Gedenkstätten. Vom Umgang mit sensiblen Daten bis zur Nutzung bestehender Infrastrukturen für mehr Partizipation und Sichtbarkeit

27. und 28. Oktober 2022 Workshop der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora im Rahmen des gemeinsamen Digitalisierungsprojektes
Ort: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen / online via Zoom
Sprachen: Deutsch und Englisch

Einrichtungen zur Vermittlung und Erforschung der Geschichte des Nationalsozialismus nutzen seit vielen Jahren digitale Angebote und Werkzeuge, um ihr Wissen zu teilen. Ebenso sind historische Quellen zur Geschichte der deutschen Verbrechen in immer größerem Umfang digital verfügbar und verknüpft. Seit dem Entstehen der ersten elektronischen Personendatenbanken mit den Namen der Verfolgten in den 1990er Jahren begleitet die Digitalisierung die Frage, unter welchen Bedingungen die Datenbestände der Institutionen geteilt werden dürfen, mit dem Gedenken an die Opfer, der Bildungsarbeit und der historischen Forschung zum Nationalsozialismus entstanden sind.

Das Versprechen eines offenen Zugangs zu diesem Wissen, wie ihn die Digitalisierung oft verspricht, trifft hier auf inhaltliche und rechtliche Einschränkungen. Zugleich basieren viele digitale Infrastrukturen auf der Idee einer uneingeschränkten Veröffentlichung und Weitergabe von Daten. Linked Open Data und das Teilen des eignen Wissens setzen sich zunehmend auch in Förderrichtlinien als verbindliche Anforderung durch.

Vor diesem Hintergrund fragt der Workshop „Digitaler Zugang zu Quellen der nationalsozialistischen Verbrechen“ nach Wegen, Zugänge zu komplexen Beständen in Gedenkstätten, Archiven und Dokumentationsorten zu ermöglichen. Die gemeinsame Suche nach Lösungsansätzen schließt dabei auch Expert:innen aus anderen Institutionen ein, die sich mit der Digitalisierung von Kulturgut beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen sollen:

-    Nutzung und Weitergabe von Personen- und Forschungsdaten von Opfern und Täter:innen der nationalsozialistischen Verbrechen
-    Praxiserfahrungen zur Nutzung von Linked Open Data, Datenbankanwendungen und Digitalisierung von Archivbeständen, museologischen Sammlungen und Bibliotheksbeständen
-    juristische Perspektiven auf Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte in Deutschland und anderen Ländern
-    Möglichkeiten der digitalen Partizipation
-    Werkzeuge, Plattformen, Schnittstellen und Datenformate für kollaboratives Arbeiten

Der zweitägige Workshop findet vor Ort in der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen statt. Via Zoom wird eine digitale Teilnahme ermöglicht. Eingeladen sind alle Interessierten, insbesondere aus Gedenkstätten, der historischen Vermittlungsarbeit und Forschung.

Bei Interesse an einer Teilnahme vor Ort oder digital schreiben Sie bitte bis zum 25. Oktober an awieland(at)buchenwald(dot)de.

Das vollständige Programm finden Sie hier.