Cover "Jan Bazuin - Tagebuch eines Zwangsarbeiters" (C.H. Beck)

Buchvorstellung "Jan Bazuin - Tagebuch eines Zwangsarbeiters"

Vorstellung der illustrierten Fassung des Tagebuchs eines damals 19-jährigen Zwangsarbeiters in der Stadtbibliothek Nordhausen am 14. Juli.

Am 14. Juli um 19 Uhr stellen Dr. Paul-Moritz Rabe, Leiter der wissenschaftlichen Abteilung des NS-Dokumentationszentrums München, und die renommierte Illustratorin Barbara Yelin im Lesesaal der Stadtbibliothek Nordhausen den von ihnen aufbereiteten Band „Jan Bazuin – Tagebuch eines Zwangsarbeiters“ vor.

Es handelt sich dabei um das kürzlich wiederentdeckte Tagebuch, das der damals neunzehnjährige Niederländer Jan Bazuin zwischen November 1944 und April 1945 führte. Eindringlich schildert er darin die schwierigen Lebensumstände im besetzten Rotterdam und die familiären Konflikte, die diese zur Folge hatten. Im Januar 1945 dann wurde Jan Bazuin im Zuge einer großen Deportationswelle zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Vom Durchgangslager Dachau kam er ins Zwangsarbeiterlager Neuaubing im Westen Münchens. Aus beiden Lagern gibt es außer seinem Tagebuch kaum Zeugnisse aus erster Hand, besonders selten solche, die noch zu Kriegszeiten verfasst wurden.

In den letzten Kriegstagen floh Jan Bazuin aus dem Lager. Er wurde bald darauf von amerikanischen Truppen befreit und konnte in die Niederlande zurückkehren. Er sprach nach dem Krieg jedoch fast nie über seine Monate als Zwangsarbeiter, so dass seine Geschichte und sein Tagebuch fast in Vergessenheit gerieten. Bei Recherchen des NS-Dokumentationszentrums München zum Zwangsarbeiterlager Neuaubing trat der einzigartige Augenzeugenbericht aber wieder zutage. Nun liegt er als illustrierter Band der Öffentlichkeit vor.

In dem Band werden Jan Bazuins Schilderungen des von ihm Erlebten von Zeichnungen aus der Feder von Barbara Yelin veranschaulicht und ergänzt. Barbara Yelin wurde 2016 mit dem Max-und-Moritz-Preis für die beste deutschsprachige Comic-Künstlerin ausgezeichnet und ihr Buch „Irmina“ wurde 2017 für den Eisner Award, der als wichtigster amerikanischer Comic-Preis gilt, nominiert.

Der Eintritt zur Buchvorstellung ist kostenfrei.