Bild: Lena Giovanazzi

Literaturkonzert "'Ich hatte einst ein schönes Vaterland...'"

Konzert in Nordhausen am 13. November 2021 um 19 Uhr anlässlich des 1.700-jährigen Bestehens einer jüdischen Gemeinschaft in Deutschland

Am 13. November 2021 um 19 Uhr findet in der Herzschlag Kirche (Altendorfer Kirchgasse 1, 99734 Nordhausen) ein Literarisches Kammerkonzert mit dem Schauspieler Roman Knižka und dem Ensemble Opus 45 statt. Das zweistündige Programm widmet sich anlässlich des 1.700-jährigen Bestehens der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland Texten jüdischer Autor:innen deutscher Sprache sowie Werken jüdischer Komponisten.

Die älteste überlieferte Urkunde einer jüdischen Ansiedlung stammt aus Köln und entstand im Jahr 321. Der Kammermusikabend nimmt das Jubiläum 321 – 2021 zum Anlass, einen Ausschnitt der reichen und vielfältigen jüdisch-deutschen Kulturgeschichte darzustellen. Roman Knižka – bekannt vor allem aus TV- und Kinoproduktionen wie „Dark“ und „Für immer Sommer 90“ – liest aus Texten deutschsprachiger jüdischer Autor:innen, darunter u. a. Moses Mendelssohn, Rahel Levin Varnhagen, Heinrich Heine, Ludwig Börne, Else Dormitzer, Anita Lasker-Walfisch und Mascha Kaléko. Neben den literarischen Werken stehen autobiographische Texte von in der Öffentlichkeit unbekannten deutschen Juden aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Diese Berichte aus dem Alltagsleben zeigen Glanz und Elend der jüdischen Emanzipation, die nicht selten mit einem als schmerzlich empfundenen Identitätsverlust einherging. Sie veranschaulichen die faszinierende Vielfalt jüdischen Lebens auf deutschem Boden und berichten von der Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung deutscher Juden unter dem NS-Regime.

Am Ende des knapp zweistündigen Programms gibt es einen Sprung in die Gegenwart. Wie gestaltet sich heute, 75 Jahre nach dem Holocaust, jüdisches Leben in Deutschland?

Den musikalischen Teil des Abends bilden Werke jüdischer Komponisten, z.B. von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Alexander Zemlinsky, Jacques Ibert, Endre Szervánszky, Pavel Haas und György Ligeti. Es spielt das Bläserquintett OPUS 45. Die Musiker:innen des Ensembles spielen in so renommierten Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg oder dem Beethoven Orchester Bonn.

Das Literaturkonzert wird von der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen organisiert. Es gilt die 2G-Regel. Die Teilnehmerzahl ist auf 70 Personen begrenzt. Anmeldungen werden unter presse(at)dora(dot)de entgegengenommen.