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"Colette"

Dokumentarfilm über Mittelbau-Dora gewinnt Oscar

Ein britisch-französisches Filmteam begleitete die französische ehemalige Résistance-Kämpferin Colette Marin-Catherine auf ihrer Reise nach Nordhausen zum ehemaligen KZ Mittelbau-Dora. Dort war im März 1945 ihr Bruder Jean-Pierre Catherine an den Folgen mörderischer Zwangsarbeit gestorben. Nun wurde die filmische Spurensuche mit dem Oscar ausgezeichnet - ausgerechnet am 93. Geburtstag der Protagonistin und anlässlich der 93. Verleihung der Academy Awards.

Jean-Pierre Catherine wurde Ende 1943 in das KZ Natzweiler eingewiesen und im Februar 1945 nach Mittelbau-Dora überstellt. Am 22. oder 23. März 1945 starb er im Außenlager Boelcke-Kaserne in der Stadt Nordhausen, dem zentralen Siechen- und Sterbelager des KZ Mittelbau-Dora. Als Todesursache gab die SS "Herzversagen" an.

"Die Oscar-Verleihung würdigt nicht nur das Schicksal der Geschwister Colette und Jean-Pierre Catherine, sondern auch die vielen Zehntausend weiteren Widerstandskämpfer in ganz Europa, die in das KZ Mittelbau-Dora verschleppt wurden", sagt Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. "Tausende starben dort bei der Zwangsarbeit für Rüstungsprojekte, die den Nazis den 'Endsieg' bringen sollten. Ihnen und den Menschen, denen die Brüder, Väter und Ehemänner genommen wurden, setzt der bewegende Film ein Denkmal. Dank und Glückwünsche gehen an das Filmteam, vor allem aber an Colette Marin-Catherine!"

Der Film "Colette" wurde von The Guardian produziert. Er ist kostenlos hier abrufbar: https://www.theguardian.com/world/ng-interactive/2020/nov/18/colette-a-former-french-resistance-member-confronts-a-family-tragedy-75-years-later.