Pastor Dr. Bartolt Haase (Theologischer Vorstand der Stiftung Eben-Ezer) und Pfarrer Marek Londzin nach der Enthüllung der Gedenktafel (Direktor des Frauendiakonats Dzięgelów) Foto: Ingelore Möller, Stiftung Eben-Ezer

Erinnerung an Pastor Karol Kulisz

Gedenktafel im ehemaligen Krematorium des KZ Buchenwald für den Gründer der Schlesischen Diakonie feierlich eingeweiht.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie am Freitag, dem 11. September 2020, enthüllten Pastor Dr. Bartolt Haase (Theologischer Vorstand der Stiftung Eben-Ezer), Altbischof Jan Waclawek (Schlesische Evangelische Kirche Cieszyn) und Pfarrer Marek Londzin (Direktor des Frauendiakonats Dzięgelów) im Vorraum des ehemaligen Krematoriums des KZ Buchenwald eine Gedenktafel für Pastor Karol Kulisz. Der Gründer und Leiter der Diakonissenanstalt Dzięgelów bei Teschen (Cieszyn), heute im Grenzgebiet von Tschechien und Polen auf polnischer Seite gelegen, war ein Mann der Tat, der sich sozial und politisch engagierte und zahlreiche Schriften verfasste. Für seine Überzeugungen, für die er lebte, wirkte und stritt, wurde er bereits drei Wochen nach dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 verhaftet. Über eine Haftanstalt in Schlesien in das KZ Buchenwald verschleppt, wurde er im dortigen Lagerarrest (Bunker) am 8. Mai 1940 ermordet.

Zeit seines Lebens und darüber hinaus hat Karol Kulisz immer wieder zahlreiche Menschen beeindruckt und beeinflusst. So ist es den Nationalsozialisten nicht gelungen, durch seinen Tod auch sein Lebenswerk zu vernichten. „Ganz im Gegenteil: Trotz auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges teilweise sehr schwieriger staatlicher und gesellschaftlicher Umstände fanden sich immer Menschen, die seine Arbeit mit und für ihre Mitmenschen fortsetzten und fortsetzen“, sagte der Kommissarische Stiftungsdirektor der Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Dr. Philipp Neumann-Thein in seiner Begrüßungsansprache.

Eben-Ezer und die Schlesische Diakonie sind schon seit vielen Jahren partnerschaftlich verbunden. Bereits beim Aufbau der Schlesischen Diakonie nach der politischen Neuorientierung nach 1990 wirkte die Stiftung Eben-Ezer unterstützend mit. Im Oktober feiert die Schlesische Diakonie in Tschechien ihr dreißigjähriges Bestehen. Zusammen mit ihren Partnern aus Lemgo und Dzięgelów besinnt man sich im Rahmen dieses bemerkenswerten Jubiläums auch besonders auf den Gründervater Pfarrer Karol Kulisz. Vor diesem Hintergrund initiierte und organisiert Pfarrer i.R. Miroslav Danys, der die Partnerschaft der Stiftung Eben-Ezer und der Schlesischen Diakonie koordiniert, auch das Gedenken in Buchenwald.