Internationale Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätte Buchenwald, Foto: Claus Bach

Täter unter uns: Die Justiz zwischen der Aufarbeitung von NS-Kriegsverbrechen und der Verfolgung von Rechtsterrorismus

Fachtagung vom 14. bis 15. November 2019 in der Gedenkstätte Buchenwald

Für Praktikerinnen & Praktiker aus den Bereichen Justiz, Polizei, Schule & Jugendhilfe

In den vergangenen Jahren standen die juristischen Auseinandersetzungen mit NS-Verbrechen und Rechtsterrorismus verstärkt im Fokus der Öffentlichkeit – sowohl in Deutschland als auch international. Beim Blick auf den Rechtsterrorismus war für Deutschland der Prozess rund um das Netzwerk des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) von besonderer Bedeutung. Viele Betroffene und Beobachter bemängeln auch nach Abschluss des NSU-Prozesses: Die erhoffte Aufklärung über das weitläufige Geflecht der extrem rechten Terrorzelle konnte der Prozess in München nicht leisten. International sorgten sowohl die Anschläge von Anders Behring Breivik als auch der Prozess gegen diesen Rechtsterroristen für große Aufmerksamkeit. Breivik hatte bei seinen Attentaten am 22. Juli 2011 in Norwegen insgesamt 77 Menschen getötet. Seine Taten, Reden und sein Manifest gelten bis heute als Vorlage für ähnliche Anschläge; während Breivik selbst sich in seinen Ausführungen immer wieder auch auf den NSU bezog.

Gleichzeitig gab es eine neue, öffentlich besonders wahrgenommene Welle von Anklagen gegen ehemalige Angehörige der „Schutzstaffel“ (SS) und anderer Organisationen, die an den Massenmorden und der Planung/Durchführung der Shoah sowie anderer Verbrechen beteiligt waren. So wurde unter anderem der Angehörige der SS-Hilfstruppen, John Demjanjuk, 2009 von den USA nach Deutschland ausgeliefert und hierzulande wegen seiner Mitwirkung an den Verbrechen im Vernichtungslager Sobibor verurteilt. 2015 folgte dann am Landgericht in Lüneburg ein Prozess gegen Oskar Gröning, den sogenannten Buchhalter von Ausschwitz. Auch er wurde 2015 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Die Tagung will sich auf verschiedenen Ebenen mit diesen und ähnlichen Ereignissen in Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen. Eine Gesamteinordnung soll dabei besonders der interdisziplinäre Blick auf extrem rechte Gewalt, begangenen oftmals von scheinbar „ganz gewöhnlichen“ Deutschen, und ihre juristische Aufarbeitung ermöglichen.

Das ausführliche Tagungsprogramm finden sie hier, zur Anmeldung nutzen Sie bitte dieses Formular. Eine Anmeldung ist bis zum 25. Oktober 2019 möglich.

Eine Fachtagung des Ministeriums für Migration, Justiz und Verbraucherschutz Thüringen
in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, MOBIT e.V.
und dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „Denk bunt“