Werbeanzeige mit Firmengelände, Erfurter Stadtführer, 1935. Quelle: Stadtverwaltung Erfurt

Vor 80 Jahren: Der erste Ofen von Topf & Söhne im KZ Buchenwald

Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Annegret Schüle und Dr. Harry Stein am 23. Oktober 2019 um 19.00 Uhr im Erinnerungsort Topf & Söhne, Erfurt

Am 1. September 1939 überfiel Deutschland Polen. Kaum zwei Wochen später rollten erste Deportationszüge mit Tausenden von Verhafteten nach Buchenwald. In dem überfüllten Konzentrationslager brach eine Ruhrepidemie aus. Hunderte Juden und Polen wurden in einem Sonderlager ums Leben gebracht. Das Krematorium in Weimar war auf diese Veränderungen vorbereitet. Doch die SS wollte auch in diesem Bereich unbeobachtet agieren: Sie nutzte ihre Chance und nahm Geschäftsbeziehungen zur Firma Topf & Söhne auf. Das war der Beginn einer Jahre dauernden engen Beziehung, die nach Auschwitz und zu einer stabilen Mittäterschaft der Erfurter Firma führte.

Der Vortrag von Annegret Schüle und Harry Stein beleuchtet, wie und warum sich diese normale Erfurter Firma auf die Geschäfte mit der SS einließ und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau schließlich zu den "Technikern der Endlösung" wurde.

Annegret Schüle ist Oberkuratorin der Erfurter Geschichtsmuseen und Expertin für die Geschichte von J. A. Topf & Söhne.

Harry Stein ist Kustos für den Arbeitsbereich Konzentrationslager Buchenwald in der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Eine Kooperation mit dem Erinnerungsort Topf & Söhne