Plakat zur Tagung

Buchenwald in Europa.

Internationale Tagung vom 25. bis 28. September 2019 im Goethe-Schiller-Archiv Weimar

Kaum ein nationalsozialistisches Konzentrationslager hat nach 1945 eine derart vielfältige Literatur hervorgebracht wie Buchenwald. Zu ihr gehören ideologisch bis heute umstrittene Bücher wie der ostdeutsche Beststeller Nackt unter Wölfen, die hochkanonischen Romane Semprúns oder Kertész, weniger bekannte Romane wie Adlers Das Panorama oder Ferdinand Peroutkas Wolke und Walzer, eine Flut vergessener ‚grauer‘ Bericht-Literatur, frühe Versuche einer soziologischen, politischen oder psychologischen Deutung des Lagers. Ebenso wie das Konzentrationslager Buchenwald selbst ist diese Literatur ein internationales Ereignis.

Buchenwald versammelte Menschen aus fast allen Ländern Europas. Viele von ihnen wurden aus politischen oder rassischen Gründen deportiert, die nationale Grenzen überschritten. Die Literatur, die aus dem Lager hervorging, entstand also einerseits in nationalliterarischen Kontexten, bezog sich aber andererseits auf ein transnationales Ereignis, das sich mit transnationalen Fragen verband. Die Literatur des Lagers Buchenwald lässt sich daher nicht einfach nationalliterarisch einhegen. Trotzdem wies die Forschung in den letzten Jahren einen starken Zug zur nationalliterarischen Segmentierung auf, was auch dazu führte, dass sich die Wahrnehmung darüber hinaus nur auf sehr wenige kanonische Werke beschränkte.

Die Tagung „Buchenwald in Europa“, die vom 25.-28. September 2019 im Goethe-Schiller-Archiv stattfindet, versammelt deshalb viele der Sprachen, die an der Literatur dieses Lagers mit geschrieben haben. Zu Gast sind Literaturwissenschaftler*innen und Historiker*innen aus Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Österreich, Ungarn, Polen, Luxemburg, Großbritannien usw., die ganz unterschiedliche, bekannte und unbekannte Texte hier mit einander ins Gespräch bringen wollen.

Eine Tagung der Martin-Luther-Universität Halle in Kooperation mit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und der Klassik Stiftung Weimar, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Forum for the Study of the Global Condition.

Das vollständige Programm finden Sie hier

Anmeldungen sind noch möglich: stephan.pabst(at)germanistik(dot)uni-halle(dot)de