Buchcover "'Ein Volk, ein Reich, ein Führer': Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich", C.H. Beck Verlag (Ausschnitt)

Krieg, Gewalt, Begeisterung: Die nationalsozialistische "Volksgemeinschaft"

Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Dietmar Süß, am 11. Juli 2019 um 19.00 Uhr im Bauhaus-Museum Weimar

"Ein Volk, ein Reich, ein Führer" – als im März 1938 die Kampagne für den "Anschluss Österreichs" auf Hochtouren lief, war dieser Dreiklang auf den Plätzen immer wieder zu vernehmen. Er verknüpfte die Hoffnung auf soziale Harmonie mit der Sehnsucht nach nationaler Stärke und ließ gleichzeitig deutlich werden, dass hinter dem schönen Schein der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft die brutale Ausgrenzung all derjenigen lauerte, die nicht dazugehören konnten oder wollten. Die Parole der Volksgemeinschaft versprach vielen vieles zugleich: sozialen Aufstieg, Anerkennung, Förderung individueller Leistung. Dem "Führerstaat" war indes nichts fremder als die Vorstellung, alle Menschen gleich zu behandeln. Der Rassismus zog die inneren und äußeren Grenzlinien täglich neu – und je länger das Regime an der Macht blieb, desto radikaler wurden seine Vorstöße und je enger wurde bestimmt, wer nun eigentlich "Volksgenosse" war und wer nicht. Der Vortrag untersucht die zentralen Triebkräfte nationalsozialistischer Gesell  haftspolitik, die den Weg für den mörderischen Krieg seit 1939 bahnten.

Dietmar Süß, Jahrgang 1973, studierte Geschichte, Soziologie und Rechtswissenschaften. Seit 2013 ist er Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg. Er forscht zur Geschichte der Gewalt, zur Geschichte der Arbeit und der sozialen Bewegungen. 2011 veröffentlichte er "Tod aus der Luft: Kriegsgesellschaft und Luftkrieg in Deutschland und England" sowie 2017 "'Ein Volk, ein Reich, ein Führer': Die deutsche Gesellschaft im Dritten Reich".

Ein Angebot im Weimarer Sommer 2019