Éva Fahidi-Puzstai und Emese Cuhorka. Foto: Csaba Mészáros

Éva Fahidi-Puzstai und Emese Cuhorka. Foto: Csaba Mészáros

Strandflieder oder die Euphorie des Seins

Tanztheater mit Éva Fahidi und The Symptoms (Budapest), am 9. Mai 2019 um 20.00 Uhr im Deutschen Nationaltheater (Studiobühne), Weimar

In diesem Duett zweier Frauen treffen eine 93-jährige Auschwitz-Birkenau-Überlebende und eine junge Tänzerin aufeinander. Éva ist eine leidenschaftliche Genießerin, während Emese die Welt retten will. Éva sagt niemals "Auf Wiedersehen", während Emese es liebt wieder nach Hause zu kommen. Was die beiden verbindet, ist die gemeinsame Sprache des Tanzes. Als eine der letzten Zeuginnen des Holocausts hat Éva ihre Kleidung behalten, die sie als junge Frau trug, und die Emese nun genau passt. Emese ist hochgewachsen und Éva glaubt gern, dass sie ebenfalls so groß geblieben ist.

In dem Stück geht es um die Frage, ob die Grenze zwischen diesen, ihren beiden Welten wirklich überwindbar ist. Können persönliche Erfahrungen weitergegeben werden? Oder ist es möglich, Probleme eines jungen Menschen zu verstehen, wenn man solch tiefgreifenden Erlebnisse wie Éva hinter sich hat? Das Gastspiel der ungarischen Gruppe "The Symptoms" geht der Frage nach, ob die Grenze zwischen diesen, ihren beiden Welten wirklich überwindbar ist.

Éva Fahidi-Pusztai wurde am 22. Oktober 1925 geboren. 1936 konvertierte ihre jüdische Familie zum Katholizismus. Als die deutsche Wehrmacht Ungarn besetzt, wird sie im Juni 1944 dennoch nach Auschwitz verschleppt. Ihre Mutter und Schwester werden im Gas ermordet, der Vater stirbt wenig später an den Bedingungen im Lager. Éva wird mit 1.000 weiteren ungarischen Jüdinnen in ein Außenlager des KZ Buchenwald transportiert. Im hessischen Allendorf muss sie in der Granatenproduktion arbeiten. Im März 1945 wird sie von amerikanischen Truppen auf einem Todesmarsch befreit und kehrt nach Ungarn zurück. Heute lebt sie in Budapest.

Eine Kooperation mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar
Eintritt: € 18,20