Zentrale Gedenkveranstaltung mit Überlebenden des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora auf dem Gedenkplatz vor dem ehemaligen Krematorium am 11. April 2019. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Rückblick: 74. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora blickt auf den 74. Jahrestag der Lagerbefreiung zurück und dankt allen Beteiligten, Kooperationspartnern und Bürgerinnen und Bürgern für ihre engagierte Unterstützung.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltungen am 11. und 12. April 2019 erinnerten in Nordhausen und Ellrich Überlebende und Angehörige, politische Vertreter von Landes- und Bundesebene, Vertreter des diplomatischen Corps sowie zahlreiche Gäste der 20.000 Opfer des KZ Mittelbau-Dora. Die Rede zur zentralen Gedenkveranstaltung am 11. April hielt die Finanzministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen Heike Taubert. Darin betonte sie die Wichtigkeit des Gedenkens an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen für die Bewahrung einer kritischen Erinnerungskultur. Letztere gelte es weiterhin in aller Vehemenz vor geschichtsrevisionistischen und relativierenden Aussagen und Positionen zu schützen: „Denn wer diese Erinnerungskultur bekämpft, bekämpft am Ende auch unsere Demokratie und ist ein Feind der Demokratie.“  

Bereits zuvor erinnerte der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Dr. Stefan Hördler, in seinem Grußwort daran, dass es sich beim Nationalsozialismus um eine „Zustimmungsdiktatur“ gehandelt habe. “Täterschaft im Nationalsozialismus prägte alle Schichten der deutschen Gesellschaft“, so Dr. Stefan Hördler. Gerade in Zeiten zunehmender völkischer Polemik dürfe daher nicht aufgehört werden zu „Ursachen und Folgen von Ausgrenzung und Gewalt im Nationalsozialismus zu forschen und diese zu vermitteln.“

Um zur Verwirklichung dieser Forderungen beizutragen, bot die Gedenkstätte wieder ein vielfältiges Begleitprogramm zu den Gedenkveranstaltungen an. Dessen inhaltlicher Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem weitverzweigten Lagerkomplex des Konzentrationslagers Mittelbau mit seinen 40, überwiegend im Harz gelegenen Außenlagern.

Den Auftakt bildete am 9. April im Ratssaal der Stadtbibliothek ein Vortrag von Dr. Stefan Hördler zum Thema „Warum aus Dora 1944 Mittelbau wurde“. Einen Höhepunkt des diesjährigen Begleitprogramms stellten am Samstag und Sonntag zwei geführte Busfahrten zu Standorten ehemaliger Außenlager des Konzentrationslagers Mittelbau dar. Mitglieder des Vereins Jugend für Dora e.V. informierten über die Geschichte der jeweiligen Außenlager und verdeutlichten in ihren Ausführungen die Ausdehnung und weitreichende Sichtbarkeit des nationalsozialistischen KZ-Systems. Unterstützt wurde das öffentliche Bildungsangebot durch die Partnerschaft für Demokratie Nordhausen. Am Samstagabend lud die Gedenkstätte gemeinsam mit der Stadtverwaltung Nordhausen am Harz in die Nordhäuser Frauenbergkirche zu einem Konzert unter Beteiligung der Sopranistin Heike Porstein, des Trompeters Michael Heinrich und des Organisten Jürgen Härtig. Mehr als 500 Gäste konnten insgesamt zwischen dem 9. und 14. April zu den Veranstaltungen anlässlich des 74. Jahrestags der Befreiung begrüßt werden.
 
Die Gedenkstätte möchte sich sehr herzlich bei allen Beteiligten und Kooperationspartnern, insbesondere bei der Stadt Nordhausen, dem Landkreis Nordhausen, dem Verein „Jugend für Dora e.V.“ und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Nordhausen, für ihre großzügige Unterstützung, ihr Engagement und ihren Einsatz sowie bei allen Besuchern für ihr Interesse bedanken. Im Namen der Überlebenden des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora sowie ihrer Familien, Angehörigen und Hinterbliebenen danken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora darüber hinaus allen Bürgerinnen und Bürgern, die den diesjährigen Jahrestag der Befreiung mit Spenden und mit ihrer persönlichen Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen unterstützt haben.