Albert van Hoeij in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora im April 2012 am 67. Jahrestag der Befreigung des Konzentrationslagers. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Trauer um Albert van Hoeij

Vorsitzender des Häftlingsbeirates der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora verstorben

Wie gestern bekannt wurde, starb am 25. Januar – zwei Tage vor seinem 95. Geburtstag - Albert van Hoeij in seinem belgischen Heimatort Stekene. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora trauern um einen engen Freund und Wegbegleiter.

Albert van Hoeij wurde im Januar 1924 in der flandrischen Stadt Stekene geboren. Im Jahr 1943 beendete er seine Lehrerausbildung und schloss sich dem belgischen Widerstand an. Nach seiner Verhaftung durch die Gestapo wurde er im Juli 1944 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Nur wenige Tage später gelangte er von dort aus in das neu gegründete Außenlager Blankenburg-Oesig, welches ab dem 28. Oktober 1944 dem Konzentrationslager Mittelbau unterstand. Die Häftlinge leisteten hier schwere Zwangsarbeit beim Bau des Lagers und im Stollenbau im nahegelegenen Bergwerk Braunesumpf.

Nach seiner Befreiung konnte Albert van Hoeij aufgrund seines Gesundheitszustandes erst nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in einem Hospital des Roten Kreuzes im schwedischen Trelleborg im August 1945 in seinen Heimatort zurückkehren. Er gründete eine Familie und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Lehrer. Zwischen 1995 und 2016 nahm er alljährlich im April an den Gedenkveranstaltungen anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers teil. Bis zuletzt engagierte sich Albert van Hoeij als Vorsitzender im Beirat der ehemaligen Häftlinge des KZ Mittelbau-Dora und im belgischen Überlebendenverband. 

In zahllosen Gesprächen hat er sich den Fragen der Menschen, insbesondere von Schülerinnen und Schülern, gestellt  und berichtete von seinen Erfahrungen. Seine warme und den Menschen zugewandte Art, wird allen, die ihm begegnet sind, in Erinnerung bleiben.