Ausschnitt des Programmhefts der Reihe "Weimarer Kontroversen", Konzept: Thomas Flierl, Max Welch Guerra, Fotografien: Sophie Weber, Hannes Heitmüller

Moderne in der Nachbarschaft – Weimarer Kontroversen vor Ort

Kooperationsveranstaltung am 9. Januar 2019 in Weimar

Die diesjährigen Gesprächsrunden im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Weimarer Kontroversen“ widmen sich an mehreren Abenden dem Erbe der Moderne an verschiedenen Stätten in Weimar. Im Gespräch kommen Zeitzeugen, Wissenschaftler, Architekten und Künstler zusammen. Historische, biografische oder bauliche Perspektiven erlauben ein komplexes Verständnis der vorgestellten Plätze oder Gebäude. Dabei wird nicht nur Historisches rekonstruiert, sondern es werden auch Fragen nach der aktuellen Bedeutung und der zukünftigen Nutzung dieser Orte gestellt.

Podiumsdiskussion: Das ehemalige Gauforum

am Mittwoch, 9. Januar 2019 um 19.00 Uhr im ehemaligen Gauforum, Haus 1, Jorge-Semprún-Platz in Weimar.

Mit Prof. Dr. Volkhard Knigge, Dr. Daniel Logemann (beide Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora), Dr. Christiane Wolf (Archiv der Moderne, Bauhaus-Universität Weimar), Prof. Dr. Kai-Uwe Hemken (Professur für Kunstgeschichte der Moderne, Kunsthochschule Kassel), Prof. Mischa Kuball (Künstler, Kunsthochschule für Medien, Köln) und Hanno Müller (Reporter in der Zentralredaktion der Thüringer Allgemeinen, Erfurt, Moderation).

Das auf Rassismus begründete Gesellschaftsbild der Nationalsozialisten findet man heute nirgendwo so kompakt architektonisch inszeniert wie auf dem Gelände des ehemaligen Gauforums in der Weimarer Innenstadt. Für die Nationalsozialisten sollte der zukünftige Amtssitz des Gauleiters von Thüringen und Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, zum „neuen Kulturmittelpunkt“ der Stadt werden. Hierfür wurden in Ablehnung des städtebaulichen Konzepts Teile des Jakobsviertels und des Asbachtals zerstört. Heute ist das ehemalige Gauforum „ein Spiegel unserer Zeit, unserer Fähigkeit, mit einem solchen Komplex umzugehen, es neu zu nutzen, neu zu interpretieren, ohne seine Geschichte zu vergessen, zu verdrängen.“ (Harald Bodenschatz, 2016). Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora eröffnet 2020 im Saalbau des ehemaligen Gauforums das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.

Eine Veranstaltung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Kooperation mit der Reihe „Weimarer Kontroversen“. Der Eintritt ist frei.

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