Boris Braun, Foto: Peter Hansen, SGBUMD

Nachruf

Überlebender der KZ Auschwitz, Groß-Rosen und Buchenwald und kroatischer Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD) verstorben

Im Alter von 99 Jahren verstarb am 7. Oktober 2018 unser hoch geschätzter Freund Boris Braun. Diese Nachricht erfüllt uns mit großer Trauer.

Geboren am 20. August 1920 in Durdevac/Kroatien, wuchs Boris Braun glücklich mit seiner Schwester in familiärer Geborgenheit auf. Vor dem Zweiten Weltkrieg studierte er zunächst Landwirtschaft an der Universität Zagreb, welche er 1941 wegen seiner jüdischen Herkunft verlassen musste. Er kehrte in seinen Heimatort zurück und wurde im Herbst 1942 mit seinen Eltern verhaftet. Gemeinsam wurden sie 1943 im Viehwaggon nach Auschwitz deportiert, wo seine Eltern unmittelbar in den Gaskammern den Tod fanden. Als arbeitsfähiger Elektriker gemeldet, gelangte er über die Lager Jaworzno und Groß-Rosen im Januar 1945 in das KZ Buchenwald, wo er am 11. April 1945 befreit wurde.

Im Sommer 1945 kehrte Boris Braun an die Universität Zagreb zurück, wo er sein Studium an der Fakultät für Landwirtschaft beendete. Als Professor war er bis 1971 an der Universität tätig. 

2005 erhielt er die Ehrenbürgerwürde seines Heimatortes Durdevac. Boris Braun war kroatischer Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos.

Bis zuletzt blieb er für die Erinnerung an die nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen aktiv und stand im Rahmen seiner gesundheitlichen Möglichkeiten für Nachfragen und Zeitzeugengespräche zur Verfügung.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora trauern um Boris Braun. Wir werden ihn nicht vergessen und ihm und seinem Werk ein ehrendes Andenken bewahren. Seinen Angehörigen gilt unser tiefes Mitgefühl.