Drittes International Summer Camp in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora 2017. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

International Summer Camp in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Viertes Internationales Summer Camp vom 28. Juli bis 11. August 2018 in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

China, Deutschland, Mexiko, Moldawien, Russland, Spanien, Tschechien und Türkei sind die Länder, aus denen am kommenden Wochenende die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des vierten International Summer Camps der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora anreisen. Es findet zwischen dem 28. Juli und 11. August 2018 statt und wird wie bereits im letzten Jahr gemeinsam mit dem Service Civil International veranstaltet. Die gemeinnützige Organisation organisiert und begleitet Freiwilligendienste weltweit.

Die Gruppe junger Erwachsener wird während ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Nordhausen ein Barackenfundament im Häftlingslager des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora freilegen und mit weißem Gestein markieren. Das Summer-Camp-Projekt ist Teil eines langfristig angelegten Vorhabens, in dessen Rahmen schrittweise die Standorte von ehemaligen Häftlingsunterkünften markiert werden. Die sichtbar werdenden Grundrisse vermitteln eine Vorstellung von Ausdehnung, Lage und Größe der über 50 Baracken, in denen Häftlinge untergebracht waren.

Das Lager „Dora“ wurde als Außenlager des KZ Buchenwald im Sommer 1943 gegründet. Es diente anfangs der Verlagerung der Raketenproduktion von Peenemünde in vor Luftangriffen geschützte Stollenanlagen bei Nordhausen. Später kamen weitere Rüstungsprojekte hinzu: Zehntausende KZ-Häftlinge mussten 1944/45 Zwangsarbeit beim Ausbau unterirdischer Flugzeug- und Treibstoffwerke leisten. Zu ihrer Unterbringung richtete die SS neue Außenlager ein, die im Herbst 1944 mit dem Lager Dora zum selbständigen KZ Mittelbau zusammengefasst wurden.
Mehr als 60 000 KZ-Häftlinge verschleppte die SS in den KZ-Komplex Mittelbau. Mindestens ein Drittel von ihnen erlebte das Kriegsende nicht. Nach 1945 wurden die Baracken abgebaut und als Bau- oder Brennmaterial in der zerstörten Stadt Nordhausen und im Landkreis verwendet. Übrig blieben Fundamente und Gebäudereste, die bald von Pflanzen überwachsen wurden.

Die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bedankt sich ganz herzlich für die großzügige Unterstützung des International Summer Camps durch die Alternative 54 der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, die evangelische Kirchgemeinde Nordhausen-Salza, den Horizont e.V., das Jugendsozialwerk Nordhausen, die Kohnstein-Bergwerks GmbH Niedersachswerfen, die Nordthüringer Lebenshilfe, die Stadtwerke Nordhausen und Herrn P. Otto, einem ehemaligen Leiter des Camps.