Trauer um Walter (Wladislaw) Slawski

Überlebender der Konzentrationslager Buchenwald, Mittelbau-Dora und Flossenbürg verstorben.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora trauern um Walter (Wladislaw) Slawski.

Walter Slawski wurde am 4. November 1923 in Polen geboren. Der Achtzehnjährige wurde am 28. Februar 1942 nach Deutschland verschleppt, wo er bei einem Bauern Zwangsarbeit leisten musste. Nach mehrfachen Misshandlungen wandte er sich an das zuständige Arbeitsamt in der Hoffnung einen neuen Arbeitsplatz zu erhalten. Stattdessen wurde er am 21. Mai 1944 von der Gestapo verhaftet und nach Aufenthalten in Gefängnissen in Bonn und Frankfurt/Main am 26. Juni 1944 in das Konzentrationslager Buchenwald eingewiesen. Drei Wochen später – am 17. Juli 1944 - wurde er in das KZ Mittelbau-Dora überstellt, wo er in der V1-Produktion arbeiten musste. Weil er krank und schwach war, wurde er im Februar 1945 in die Boelcke-Kaserne verlegt. Dieses Mittelbau-Außenlager diente als zentrales Kranken- und Sterbelager, in das die SS nicht mehr arbeitsfähige, todkranke Häftlinge abschob. Nach einem Luftangriff auf Nordhausen Anfang April 1945 gelang Walter Slawski die Flucht. Im 20km entfernten Sondershausen wurde er jedoch wieder festgenommen und in das KZ Buchenwald überstellt. Mit einem Räumungstransport kam er in das Konzentrationslager Flossenbürg, wurde aber schon wenig später erneut auf einen Todesmarsch getrieben. Amerikanische Soldaten befreiten Walter Slawski in der Nähe von Wetterfeld (Bayern) am 23. April 1945.

Nach seiner Befreiung blieb Walter Slawski in Rodig (Bayern) und arbeitete in einer Gaststätte. Mitte August 1945 kehrte er nach Polen zurück. Hier entschied er sich nach Deutschland auszuwandern und die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. 1956 lernte er in Bergheim (Ruhrgebiet) seine zukünftige Frau kennen, die er 1957 heiratete. Zusammen haben sie drei Töchter und mehrere Enkelkinder.

Walter Slawski verstarb am 27. Juni 2018 in Bergheim.