Das "Herzbild" im Foyer der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Buchenwald. Foto: Philipp Neumann-Thein. Sammlung Gedenkstätte Buchenwald

"Herzbild" zu Gast in der Gedenkstätte Buchenwald

Das im vergangenen Jahr in einem Angebot für Kinder geflüchteter Familien in Weimar entstandene Bild "Herz" wird bis Mitte Dezember 2016 in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte präsentiert

"Das Bild erklimmt am Ende der Reise nun auch den Berg, den Ettersberg", freut sich die Künstlerin Katja Weber, die die Aktion "Herbildherz" initiiert hat. "Im Foyer der Internatonalen Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätte Buchenwald empfängt es junge Menschen, die sich außerhalb ihres gewohnten Geschichtsunterrichtes Wissen am authentischen Ort erarbeiten."

Die Situation in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern trieb die meisten Häftlinge in einen dauernden Überlebenskampf; das war von der SS so gewollt. Jugendliche und Kinder waren hier fast chancenlos. Tausende von ihnen hielt die SS auch im KZ Buchenwald gefangen, 1.600 starben an Entkräftung oder Krankheiten, wurden erschlagen oder erschossen. Doch auch Solidarität war möglich: es gab den Willen dazu, den Zusammenhalt, und es gab Lücken im tödlichen Getriebe des Lagers. Politische Häftlinge, unter ihnen nicht wenige Juden, schufen mit den "Kinderblocks" Räume, in denen Überleben möglich wurde. Mehr als 900 Jugendliche und Kinder erlebten die Befreiung am 11. April 1945.

Diesen und anderen Aspekten der komplexen Geschichte Buchenwalds gehen in der heutigen Gedenkstätte jedes Jahr viele Tausend junge Menschen nach. Sie haben die Möglichkeit, am historischen Beispiel zu lernen, unter welchen politischen, rechtlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen Menschen zu Tätern werden - aber auch, was man im Sinne unteilbarer Humanitas und unteilbarer Menschenwürde nicht tun sollte, damit Staat und Gesellschaft nicht inhuman umkippen. Gegen den nationalsozialistischen Zivilisationsbruch steht die Grundsolidarität mit dem Menschen als Mensch. Deshalb gehören interkulturelle Begegnung und Auseinandersetzung zu den Kernelementen der historisch-politischen Bildungsarbeit in der Gedenkstätte Buchenwald. Das "Herzbild" in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte bietet dafür nun zusätzliche Anregungen.

Das Herzbild entstand im Rahmen des Malkurses "Freitagsmalerei", den Katja Weber in der Weimarer Mal- und Zeichenschule für Kinder aus geflüchteten Familien die in Weimars Flüchtlingsheimen wohnen, anleitet. Das Herz als Motiv ist bei den Flüchtlingskindern - Jungs und Mädchen - äußerst beliebt. Dieses Bild wurde ausgewählt um sich als Substitut des Malkurses auf den Weg zu machen, spezifische Beziehungen zum alltäglichen Geschehen unterschiedlicher Orte und alltäglicher Geschehen aufzuspüren. Das Bild war bereits an mehr als 20 Stationen zu sehen. Weimar GmbH und Flüchtlingssozialberatung der Caritas unterstützen die Aktion mit einer Patenschaft.

Weitere Informationen finden Sie hier