Foto: Katharina Brand. Gedenkstätte Buchenwald

"... denn ich will noch für Euch leben" - aus dem Abschiedsbrief von Gerda Brüg, Gera (9. Mai 1942)

Gedenkstaltung am 10. Mai 2012 in Weimar anlässlich der Deportation der Thüringer Juden vor siebzig Jahren

Donnerstag 10.05.2012

14.30 Uhr Viehauktionshalle
(Rießner Straße, Weimar)
Begehung und Gedenken am historischen Ort der Deportation Thüringer Juden vor 70 Jahren
mit Ronald Hirte, Gedenkstätte Buchenwald

16 Uhr Theaterplatz (Weimar)
"… denn ich will noch für Euch leben." (Aus dem Abschiedsbrief von Gerda Brüg, Gera, 9. Mai 1942)
Gedenkveranstaltung anlässlich der Deportation der Thüringer Juden vor 70 Jahren

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Weimar, der Stiftung
Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, des Deutschen Nationaltheaters Weimar, des Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus, der literarischen Gesellschaft Thüringen e.v. u.a.

Informationen zu weiteren Veranstaltungen an vielen Orten in Thüringen finden Sie hier.

Im Mai 1942, vor 70 Jahren, begannen in Thüringen die Deportationen der jüdischen Bürger. Wie überall im Deutschen Reich waren auch sie nach Kriegsbeginn 1939 gezwungen worden, ihre Wohnungen zu verlassen und getrennt von nichtjüdischen Nachbarn in „Judenhäusern“ unter schlechten Bedingungen zu leben. Dort erreichte sie wenige Tage vor der Deportation die Ankündigung, sich am 9. Mai an Sammelplätzen in ihrer jeweiligen Stadt einfinden zu müssen. Mit Personenzügen wurden sie nach Weimar gebracht, dort in einer Viehauktionshalle festgehalten und am 10. Mai zusammen mit Juden aus Sachsen in ein Ghetto im polnischen Bełżyce verschleppt.

Fast alle der 515 Männer, Frauen und Kinder aus Thüringen wurden in Bełżyce, im KZ Majdanek oder in anderen Vernichtungslagern ermordet. Die Deportationen am 9./10. Mai 1942 markieren den Beginn der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Thüringens.

Wir gedenken der Ermordeten. Sie wurden aus menschenfeindlichen und rassistischen Motiven vernichtet – weil sie jüdischen Glaubens waren oder im Nationalsozialismus zu „Juden“ gemacht wurden.

Gedenken verlangt Denken. Unser Netzwerk hat sich anlässlich des 70. Jahrestages des Beginns der Deportationen in Thüringen gebildet. Wir laden ein zu Veranstaltungen des Gedenkens, der historischen Erinnerung und der Reflexion, wie eine Kultur der Menschenwürde und der Demokratie verteidigt und geschaffen werden kann.