Gedenkveranstaltung im Jahre 2011

67. Jahrestag der Befreiung
des KZ Mittelbau-Dora

Gedenkfeierlichkeiten: Programm, Reden und allgemeine Informationen

Die zentrale Gedenkveranstaltung findet in diesem Jahr am Montag, dem 16. April 2012, in der rekonstruierten Unterkunftsbaracke und auf dem Vorplatz des ehemaligen Krematoriums der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora statt.

Weitere öffentliche Veranstaltungen werden in Kooperation mit der Gemeinde Harzungen und der Stadt Ellrich am Dienstag, dem 17. April 2012 organisiert.

Programm

Montag, 16. April 2012

11.00 Uhr    Gedenkveranstaltung in der Ausstellungsbaracke im ehemaligen Häftlingslager

Begrüßung   Dr. Jens-Christian Wagner, Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Grußwort      Birgit Diezel, Präsidentin des Thüringer Landtags

Ansprache    Zoni Weisz, Überlebender des Völkermordes an den Sinti und Roma (Uden, Niederlande)

Beitrag   Sinti und Roma in Mittelbau-Dora. Junge Freiwillige an der Gedenkstätte präsentieren Passagen aus Erinnerungsberichten von KZ-Überlebenden

Anschließend   Kranzniederlegung am ehemaligen Krematorium

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12.30 Uhr     ehemalige Feuerwache: Eröffnung der Ausstellung "Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora"

Einführung   Dr. Jens-Christian Wagner

 

Dienstag, 17. April 2012

11.00 Uhr    Gedenkveranstaltung im ehemaligen Außenlager Harzungen

Begrüßung   Brigitte Rothgänger, Bürgermeisterin der Gemeinde Harzungen

Ansprache   Eugene Black, ehemaliger Häftling (Leeds, GB)

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15.00 Uhr    Kranzniederlegung im ehemaligen Außenlager Ellrich-Juliushütte

Begrüßung   Matthias Ehrhold, Bürgermeister der Stadt Ellrich

Ansprache   Louis Garnier, ehemaliger Häftling (Levallois-Perret, Frankreich)
                   (en français)

 

Allgemeine Informationen

Am 16. und 17. April 2012 wird in Nordhausen, Harzungen und Ellrich an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 67 Jahren erinnert. Dazu werden zahlreiche Überlebende aus vielen Teilen Europas sowie aus den USA und Australien erwartet. Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die lange vernachlässigte Geschichte der Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora.

Den Auftakt der Veranstaltungen bildet am 16. April 2012 ab 11 Uhr eine Gedenkfeier mit anschließender Kranzniederlegung vor dem ehemaligen Krematorium in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
Ansprachen werden Landtagspräsidentin Birgit Diezel und der niederländische Bürgerrechtler Zoni Weisz halten. Weisz überlebte den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma, verlor aber seine Mutter und seine Geschwister in Auschwitz und seinen Vater im KZ Mittelbau-Dora.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung wird die von der Nordhäuser Gedenkstätte erarbeitete Ausstellung „Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora“ eröffnet.
Anlass ist, neben der fortdauernden Diskriminierung vieler Sinti und Roma in Europa, der 70. Jahrestag des sogenannten Auschwitz-Erlasses von SS-Chef Heinrich Himmler. Dieser hatte im Dezember 1942 angeordnet, alle im Reichsgebiet lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz zu deportieren. Dort wurden Tausende Sinti und Roma in den Gaskammern ermordet. Nur etwa 3000 Männer und Frauen überlebten das „Zigeuner-Familienlager“ in Auschwitz-Birkenau, das die SS im August 1944 auslöste. Fast alle männlichen Überlebenden brachte sie in das KZ Mittelbau-Dora, das damit im letzten Kriegsjahr zur zentralen Haftstätte für Sinti und Roma wurde.

Die Verschleppung von Auschwitz in den Harz und der Kampf der Sinti und Roma ums Überleben in den Lagern des KZ Mittelbau stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Daneben dokumentiert sie anhand zahlreicher Dokumente, Fotos und Erinnerungsberichte den Beginn der Verfolgung der Nordhäuser Sinti in den 1930er Jahren. Schließlich wird auch das oft vergebliche Ringen der KZ-Überlebenden um gesellschaftliche Anerkennung nach 1945 thematisiert.
Die Ausstellung wird bis zum 28. Oktober 2012 in der Gedenkstätte zu sehen sein und soll anschließend durch Nordthüringer Schulen wandern.

Weitere Veranstaltungen

Innerhalb des KZ-Komplexes Mittelbau-Dora war der Anteil der Sinti und Roma im Außenlager Harzungen am höchsten. Aber auch politische Häftlinge und Juden litten in diesem Lager. Daran wird am 17. April 2012 ab 11 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung in Harzungen erinnert, auf der neben Bürgermeisterin Brigitte Rothgänger der englische KZ-Überlebende Eugene Black sprechen wird.

Eine Kranzniederlegung im größten ehemaligen Außenlager Ellrich-Juliushütte, zu der Bürgermeister Matthias Ehrhold am gleichen Tag um 15 Uhr begrüßen wird, schließt den 67. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora ab. Alle Veranstaltungen sind öffentlich; Gäste sind willkommen.