Das ehemalige Kammergebäude und das ehemalige Desinfektionsgebäude des Konzentrationslagers Buchenwald beherbergen heute die Dauerausstellung zur Geschichte des KZ und die ständige Kunstausstellung. Foto: Naomi Tereza Salmon

Regenerative Wärmeversorgung von 3 Ausstellungsgebäuden

Am 26. Oktober 2010 wurde in der Gedenkstätte Buchenwald - in der Nähe des ehemaligen Desinfektionsgebäudes / Kunstmuseum - die Anlage zur Beheizung von drei Dauerausstellungsgebäuden mit Erdwärme in Betrieb genommen.

Bei der 240 KW-Anlage handelt sich um eine der leistungsfähigsten dieser Art in Thüringen. Bereits seit Frühjahr 2010 sind in der Gedenkstätte Buchenwald entsprechende Bohrungen vorgenommen worden, aus denen nun Erdwärme aus 140 Metern Tiefe gewonnen wird. Damit werden ab diesem Winter die Museumsgebäude beheizt, in denen die historischen Dauerausstellungen zur Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald 1937-1945 und des Sowjetischen Speziallagers Nr. 2 Buchenwald 1945-1950 sowie die ständige Kunstausstellung mit Werken, die sich mit dem nationalsozialistischen Zivilisationsbruch auseinandersetzen, zu sehen sind. Die bisherigen Baukosten liegen bei ca. 800 TEUR. Die jetzige Inbetriebnahme der Erdwärmeheizung ist nur ein erster Schritt auf dem Weg zur weitgehenden Energieneutralität der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Dabei geht es nicht nur um die Ausnutzung finanzieller Sparpotentiale sondern vor allem darum, zukunftsbezogene Gedenkstättenarbeit durch einen verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu untersetzen. Die Bewahrung einer humanen Gesellschaft ist nicht zuletzt auch eine ökologische Frage. In zwei Jahren sollen alle Gebäude in der Gedenkstätte Buchenwald mit Erdwärme beheizt werden. In der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, wo bereits im 2005 eingeweihten neuen Lern- und Dokumentationszentrum eine umweltfreundliche Gasheizung in Betrieb ist, wird ein kürzlich fertig gestelltes Funktionsgebäude mit Hilfe einer Wärmepumpe unter Nutzung der Außenluft beheizt. Darüber hinaus werden in der Stiftung Überlegungen angestellt, den eigenen Strombedarf vollständig mittels Fotovoltaik zu decken.