Emil Grigorjewitsch Alperin, 13. Juni 1922 - 26. September 2009. Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos (IKBD). Foto: Juliane Werner

Trauer um Emil Grigorjewitsch Alperin

Emil Grigorjewitsch Alperin ist am 26. September im Alter von 86 Jahren in Charkow verstorben.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora trauern um einen Freund und Begleiter.
Wir werden ihn nicht vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Zum Leben von Emil Grigorjewitsch Alperin

Emil Grigorjewitsch Alperin wurde am 13. Juni 1922 in Odessa (Ukraine) geboren. Nach dem Abschluss der Mittelschule im Oktober 1940 trat er in die Rote Armee ein. Am 7. Juli 1941 geriet er in der Nähe von Minsk in deutsche Gefangenschaft, mehrmals versuchte er zu fliehen.

Ende September 1943 wurde Emil Alperin nach Deutschland verschleppt, kam in das Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht in Stukenbrock und von dort am 9. Februar 1944 unter dem Namen Dimitrij Basmanenko ins KZ Buchenwald. Sein Beruf ist auf der Nummernkarte mit Straßenwärter angegeben. Er war zunächst im russischen Kriegsgefangenenlager, Block 7, danach in Block 25 untergebracht und arbeitete anfangs im Steinbruch, dann in der Wäscherei. Als Angehöriger der russischen Widerstandsbewegung war er an der Befreiungsaktion am 11. April 1945 beteiligt.

Nach der Befreiung war Emil Alperin in Erfurt für die Repatriierung sowjetischer Staatsangehöriger verantwortlich. Im September 1945 trat er wieder in den Dienst der Roten Armee und war in Weimar eingesetzt. Nach seiner Entlassung im Dezember 1945 kehrte er nach Odessa zurück. Seit März 1946 lebte er in Charkow (Ukraine). 1955 beendete er das Ökonomiestudium.

Emil Alperin widmete sich neben seinem Beruf der antifaschistischen Arbeit, berichtete in vielen Schulen und Institutionen über seine Lagererfahrung. Seit 1962 war er als Lektor bei örtlichen Bildungseinrichtungen tätig, hielt auch Vorträge im Radio und Fernsehen, führte eine umfangreiche Korrespondenz mit Kameraden aus der Lagerzeit.

Emil Alperin war Vorsitzender des Charkower Gebietsrats der Kämpfer des antifaschistischen Widerstandes.

Seit 1995 gehörte er als Vertreter der Ukraine dem IKBD an.

Im September 1998 ermöglichte ihm die Thüringer Landesregierung eine lebenserhaltende Herzoperation in der Zentralklinik Bad Berka.