Die Marseillaise – eine „staatsfeindliche Einstellung“

Günter Pappenheim
3.8.1925, Schmalkalden

Günter Pappenheim stammt aus einer sozialdemokratisch geprägten Familie. Nach der NS-Machtübernahme wird sein Vater in einem Konzentrationslager ermordet. Seine Mutter und die vier Kinder sind auf sich gestellt und ständigen Schikanen ausgesetzt. 1940 beginnt er eine Ausbildung zum Schlosser. In der Fabrik hat er Kontakt zu französischen Zwangsarbeitern. Er versteht sich gut mit ihnen und spielt für sie am französischen Nationalfeiertag auf seinem Akkordeon die Marseillaise. Kollegen denunzieren ihn. Im Oktober 1943 wird er in das KZ Buchenwald eingewiesen. Hier erhält er Anschluss an Bekannte seines Vaters. Er überlebt das Lager und ist nach der Befreiung selbst viele Jahre politisch aktiv.