Der Epilog thematisiert unter anderem den Umgang mit den NS-Verbrechen in beiden deutschen Staaten. Foto: Claus Bach, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald

Epilog: Nach der Befreiung

Die befreiten Konzentrations- und Vernichtungslager sind Beweise für die nationalsozialistischen Verbrechen. Die Amerikaner öffnen Buchenwald deshalb für internationale Delegationen und konfrontieren die Einwohner Weimars mit dem Lager. Fotos und Filmaufnahmen gehen um die ganze Welt. In der Stadt bestreitet man jede Mitwisserschaft und Verantwortung.

Die erste Sorge des Internationalen Häftlingskomitees und der US-Armee gilt der Rettung Unterernährter und Kranker. Gleichzeitig beginnt die Dokumentation der Verbrechen. Noch im Lager werden Hunderte von Zeugenaussagen aufgezeichnet. Bis Ende 1946 überprüfen amerikanische Ermittlungsbehörden mehr als 6.000 Verdächtige. In der Bundesrepublik und in der DDR wird später nur ein Bruchteil der Tatbeteiligten zur Rechenschaft gezogen.

Es dauert Jahrzehnte, bis in der deutschen Gesellschaft das Ausmaß der Verbrechen anerkannt wird. Die Mehrheit der Überlebenden erfährt niemals öffentliche Anerkennung und wird nicht entschädigt. Sinti und Roma, Homosexuelle oder „Asoziale“ werden jahrzehntelang weiter diskriminiert und ihre Verfolgung wird ignoriert.

Bereits im befreiten Lager denken Überlebende darüber nach, wie die Erfahrung der Häftlinge bewahrt und vermittelt werden kann. Viele von ihnen engagieren sich im Alltag, in der Politik, in der Wissenschaft und Kunst dafür, die Frage immer wieder neu zu stellen, was politisch und moralisch aus der Erfahrung des Nationalsozialismus zu lernen ist.