Pädagogische Betreuung von Schülern ab der 9. Klasse

Die Gedenkstätte Buchenwald bietet eine Betreuung für Schülergruppen ab Klasse 9 an. Eine pädagogische Begleitung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gedenkstätte dient nicht nur der Informationsvermittlung, sondern soll die Jugendlichen unterstützen, den Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers emotional und kognitiv zu verarbeiten.
Die Besichtigung einer Gedenkstätte ist kein "normaler" Museumsbesuch, sondern eine gefühlsmäßige Grenzerfahrung, deren Wirkung auf junge Menschen oft unterschätzt wird. Zur emotionalen kommt die kognitive Überforderung.

Die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen und der Nachkriegszeit erfordert eine Abstraktionsleistung, die entwicklungsbedingt erst ab einem bestimmten Alter erbracht werden kann. Jüngere Schülerinnen und Schüler können üblicherweise die bürokratische Organisation des Massenmordes und die komplexe Struktur der KZ-Zwangsarbeit analytisch nicht erfassen. Sie verfügen nicht über das zwingend erforderliche historische Grundwissen und können das Gesehene und Gefühlte nicht richtig einordnen.

Ein Gedenkstättenbesuch soll nicht affirmativ gängige Geschichtsbilder stützen oder allgemeine Betroffenheit auslösen, sondern vermeintliche Gewissheiten in Frage stellen und damit zum Nachdenken sowie zur Auseinandersetzung des Einzelnen mit Geschichte und Gegenwart anregen.