Paul Steinberg

1926 (Berlin) - 1999 (Paris)

Unternehmer

"Tut man Gutes aus Achtung vor dem Bild, das man von sich hat, und das Böse, um die Situation tiefer Verachtung auszudrücken, in der man sich befindet?"



Paul Steinberg wird am 18. Oktober 1926 in Berlin in eine russisch-jüdische Familie geboren, seine Mutter stirbt bei der Geburt, 1933 emigriert seine Familie nach Paris, er besucht das neusprachlich-naturwissenschaftliche Gymnasium Claude Bernhard.

Am 23. September 1943 wird der sechzehnjährige Paul Steinberg von französischen Polizisten als "Jude" verhaftet und ins französische Internierungslager Drancy gebracht, am 20. Oktober 1943 nach Auschwitz III (Buna-Monowitz) deportiert. Dort arbeitet er ab Januar 1944 im "Chemiker-Kommando", dem auch Primo Levi angehört. Ende Januar 1945 wird er ins Kleine Lager von Buchenwald evakuiert, durch die Hilfe von Kommunisten überlebt er.

Nach der Befreiung kehrt Paul Steinberg zurück nach Paris. "Nach der Wieder-Geburt", mit achtzehn Jahren, beginnt sein "zweites Leben": Abitursonderprüfung, ab 1946 Studium der Mathematik, Physik und Chemie, später Seminare zur Theaterregie und Schauspielunterricht. Ende der vierziger Jahre gründet er eine Firma für internationalen Handel mit Furnierhölzern; er ist häufig geschäftlich in Frankreich, Italien und Deutschland unterwegs.

In den sechziger Jahren versucht er, mit einem Roman seine Erinnerungen an die Lager zu bannen, scheitert aber. 1995, inzwischen hat er seine Firma aufgelöst, beginnt er noch einmal, seinen "Bericht vom Mensch des Vernichtungslagers" niederzuschreiben: 1996 erscheinen seine "Chroniques d´ailleurs" in der Edition Ramsay (im Hanser-Verlag 1998 unter dem Titel "Chronik aus einer dunklen Welt").

Paul Steinberg stirbt 1999 in Paris.