Franz Rosenbach

1927 (Horatitz, Sudetenland) - 2012 (Nürnberg)

Stellv. Vorsitzender des bayrischen Landesverbandes der Sinti und Roma



Franz Rosenbach wird am 29. September 1927 in Horatitz (Sudetenland) geboren. Seit 1938 lebt er mit seiner Familie in Töpfritz (Niederösterreich). Im Februar 1943 wird die Familie Rosenbach aufgrund des "Zigeunererlasses" Heinrich Himmlers verhaftet und in Wien inhaftiert. Ein knappes Jahr später erfolgt die Deportation in das "Zigeunerlager" Auschwitz/Birkenau, wo Franz Rosenbachs älteste Schwester an Unterernährung stirbt. Im April 1944 überstellt ihn die SS in das KZ Buchenwald. Die Mutter und seine beiden anderen Schwestern kommen in das KZ Ravensbrück. Einen Monat später wird Franz Rosenbach in das Außenlager Mittelbau-Dora überstellt, wo er beim Aufbau des oberirdischen Barackenlagers arbeiten muss. Danach wird er in das Außenlager Harzungen gebracht.

Von dort aus treiben ihn Wehrmachtsoldaten und SS am 4. April 1945 auf Todesmarsch. Die Bewacher setzen sich bei Dessau ab und Franz Rosenbach schlägt sich in seinen Heimatort durch. Dort findet er keine Familienangehörigen mehr vor. Erst Anfang der fünfziger Jahre trifft er seine Schwestern Julie und Mizi wieder. Sie sind die einzigen Überlebenden seiner Familie.

Nach dem Krieg steht Franz Rosenbach vor dem Nichts. Seine gesamten Papiere sind vernichtet. Er wird für staatenlos erklärt. Mit befristeten Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigungen schlägt er sich jahrzehntelang durch. Immer wieder bemüht er sich um seine Wiedereinbürgerung. Erst 1991 bekommt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Bis ins hohe Alter ist der langjährige stellvertretende Vorsitzende Franz Rosenbach für den bayerischen Landesverbandes der Sinti und Roma tätig. Zudem ist er bis zu seinem Tod Mitglied im Häftlingsbeirat KZ Buchenwald an der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Am 7. Oktober 2012 stirbt Franz Rosenbach im Alter von 85 Jahren in Nürnberg.