Eugen Kogon

1903 (München) - 1987 (Falkenstein)

Professor für wissenschaftliche Politik

"… ich … habe das heute im einundsiebzigsten Lebensjahr noch, daß man im Traum wild um sich schlägt und immer kämpft … Man wacht schweißgebadet auf, weil man wieder in die alte Situation versetzt worden ist … Es ist nicht bloß die Arbeit, die vergessen macht, es ist das Engagement auf Ziele hin."



Eugen Kogon wird am 2. Februar 1903 in München in eine streng katholische österreichische Familie geboren. Er studiert Nationalökonomie und Soziologie an den Universitäten München, Florenz und Wien. 1927-1934 publizistische Arbeiten, Redakteur einer katholischen Wochenzeitschrift, Berater der Zentralkommission der Christlichen Gewerkschaften in Wien, gehört zum Kreis um den Soziologen Othmar Spann.

1936 und 1937 wird Eugen Kogon in Deutschland zweimal wegen Widerstand gegen den Nationalsozialismus festgenommen. Im März 1938 Verhaftung in Österreich. Am 22. September 1939 wird Eugen Kogon als "Politischer" und "Jude" ins KZ Buchenwald eingeliefert. Zweimal erfolgt eine Rücküberstellungen nach Wien und die Rückkehr nach Buchenwald. Ab 1942 beteiligt er sich an der Widerstandsbewegung im Lager. 1943 ist er Schreiber im Krankenbereich, dann Privatsekretär des SS-Arztes Dr. Erwin Ding-Schuler im Block 50, dem Hygiene-Institut der SS. Dreimal steht Eugen Kogon auf einer Deportationsliste in ein Vernichtungslager, dreimal gelingt es, ihn zu retten. Am 8. April 1945 wird er aus dem Lager geschmuggelt und schickt einen fingierten Brief eines US-Offiziers an den KZ-Kommandanten, der ihn zur Aufgabe bewegen soll.

Nach der Befreiung verfaßt er für die "Psychological Warfare Division" des Alliierten Hauptquartiers den Bericht "Das System der deutschen Konzentrationslager", an dem er weiter arbeitet und später unter dem Titel "Der SS-Staat" herausgibt. Mitbegründer der CDU, 1946 Mitherausgeber der "Frankfurter Hefte", seit 1949 verschiedene Funktionen in der "Europa-Union" und nachfolgend auch anderen Organisationen, die sich für die europäische Integration einsetzen. 1951-1968 Professor für wissenschaftliche Politik an der TH Darmstadt. 1963-1964 Leitung des Fernseh-Magazins "Panorama".

Am 24. Dezember 1987 stirbt Eugen Kogon in Falkenstein (Taunus).