Miklós Kallós

1926 (Oradea, Rumänien) - 2018

Professor für Philosophie, Soziologie und Politische Wissenschaften

"Im Lager wußte man nie, was gut ist und was böse ist. Wenn du die Wahl hattest, wusstest du nie, welches die gute Variante sein würde."



Am 11. November 1926 wird Miklós (ungarisch) oder Nicolae (rumänisch) Kallós in Oradea in eine religiöse jüdische Familie geboren. Der Vater ist bei der Jüdischen Gemeinde angestellt.

Anfang April 1944 wird er mit der ganzen Familie in das Ghetto von Oradea eingewiesen und Ende Mai mit seinem Vater nach Auschwitz deportiert. Anfang Juni kommt er nach Buchenwald, ins Kleine Lager, danach in ein Außenkommando der Brabag in Magdeburg. Als Magdeburg Ende September 1944 bombardiert wird, verlegt man ihn in ein anderes Außenlager von Buchenwald, nach Niederorschel. Anfang April 1945 müssen die Häftlinge zurück nach Buchenwald marschieren, wo sie am 10. April eintreffen.

Wegen TBC bringt man Miklós Kallós nach der Befreiung zunächst ins Krankenhaus Blankenhain. Danach kehrt er nach Cluj-Napoca zurück und studiert Psychologie und Philosophie. 1948 wird er Dozent für marxistische Philosophie und später auch für Soziologie und Politische Wissenschaften, als Lehrstuhlinhaber ist er stellvertretender Dekan, später Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Cluj-Napoca, Redakteur einiger Kultur- und Wissenschaftszeitschriften, Mitglied der Akademie der Politischen und der Sozialwissenschaften. Zahlreiche Veröffentlichungen. Nach seiner Emeritierung 1989 betreut er weiter Dissertationen. Miklós Kallós ist Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Cluj-Napoca, Vizevorsitzender der Vereinigung der Überlebenden des KZ Buchenwald in Rumänien "Memento" sowie Chefredakteur des Bulletins der Vereinigung.