Jakob Hemelrijk

1888 (Winterswijk, Niederlande) - 1973 (Bergen, Niederlande)

Lehrer

"Was bedeutet es, daß grade ich, ein Jude, mich berufen fühlte, um jeden Preis einem Jungen das Leben zu retten, der Juden betrogen und beraubt hatte?"



Jacob Hemelrijk wird am 14. Februar 1888 in Winterswijk in eine jüdische Familie geboren. Nach dem Gymnasium studiert er Klassische Sprachen und wird Lehrer am Gemeinde-Gymnasium von Utrecht. 1925 promoviert er über die Begriffe "arm" und "reich" im Griechischen. 1926 wird er zum Rektor des Murmellius Gymnasiums in Alkmaar ernannt.

Die deutschen Besatzer entlassen ihn 1940 wegen seiner jüdischen Herkunft und zwingen ihn, wie alle niederländischen Juden, nach Amsterdam. Er unterrichtet dort am Jüdischen Lyceum. Im September 1944 verhaftet, wird der 56-jährige Jakob Hemelrijk ins KZ Sachsenhausen und Anfang Februar 1945 nach Buchenwald verbracht. Am 11. April 1945 befreit.

Nach seiner Rückkehr nach Alkmaar stellt man ihn wieder als Rektor des Gymnasiums ein. Bereits im Sommer 1945 hält er Vorträge über seine Erfahrungen in den Lagern, mehrmals ergänzt und überarbeitet erscheint 1965 sein Bericht "Es gibt einen Weg zur Freiheit". Bis 1962 ist Jakob Hemelrijk Gemeindemitglied für die sozialdemokratische Arbeiterpartei der Niederlanden. Neben seinem Schuldienst übersetzt er aus dem Altgriechischen und Lateinischen. 1966 erhält er den Martinus Nijhoff-Übersetzerpreis für die Übersetzung der Komödien des Plautus ins Niederländische, 1968 erscheint seine Übersetzung von Pico della Mirandola "Über die Menschenwürde".

Jacob Hemelrijk stirbt am 10. Februar 1973 in Bergen.