Gedenkkorso des AK "Sprechende Vergangenheit" am 06.04.2013, erste Station am Denkmal am Heinrichsberg. Foto: Peter Gehlmann


10.04.2015 | 08:00 Uhr

"Sprechende Orte" im Jenaer Straßenbild
10. - 12.04.2015 / Camsdorfer Brücke, Karl-Liebknecht-Straße und Endhaltestelle der Straßenbahn in Jena-Ost

Am Wochenende vom 10.-12. April 2015 werden Mitstreiter und Freunde des Arbeitskreises "Sprechende Vergangenheit" in Jena entlang der Karl-Liebknecht-Straße, zwischen Camsdorfer Brücke und der Endhaltestelle der Straßenbahn, an den letzten Buchenwald-Todesmarsch erinnern. In den Nachmittagstunden des 11. April 1945 wurden mehr als 4000 Buchenwald-Häftlinge quer durch die Stadt getrieben. Nachdem in Großschwabhausen der Häftlingstransport von Tieffliegern beschädigt und zum Stehen gebracht worden war, wurden die geschwächten Menschen zu Fuß weitergehetzt. Bewacht wurden sie von ca. 250 schwer bewaffneten SS-Männern, beim Marsch quer durch Jena waren vermutlich auch Jenaer Polizisten und Angehörige des Volkssturms beteiligt. An vielen Stellen gab es Misshandlungen und Mordtaten, aus nichtigen Anlässen, oder auch, wenn jemand vor Erschöpfung nicht mehr weiter konnte. Viele Jenaer Einwohner, auch viele Kinder, haben es mit eigenen Augen gesehen.

Bei der Straßenaktion werden ab Freitag, 10. April, zwei große Plakattafeln, an der Camsdorfer Brücke und bei der Endhaltestelle der Straßenbahn, über den Todesmarsch informieren. Am Samstag, 11. April, in der Zeit zwischen 10 und 14 Uhr, werden sich Mitglieder und Freunde des Arbeitskreises "Sprechende Vergangenheit" an sechs Stellen entlang der Strecke als lebende Informationstafeln postieren und in kleinen Textlesungen über das informieren, was am jeweiligen Ort vor 70 Jahren geschehen ist: "Sprechende Orte" im Jenaer Straßenbild.