PD Dr. Karsten Uhl

Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

1993-1998 Studium der Geschichte, Psychologie und Politischen Wissenschaft in Hamburg (Magister Artium), 1998-2000 Stipendiat im DFG-Graduiertenkolleg „Geschlechterdifferenz & Literatur“, Promotion 2000 im Fach Neuere und Neueste Geschichte an der LMU München, 2001-2003 Aufbaustudium „Museum und Ausstellung in Oldenburg, 2003-2006 zunächst wissenschaftlicher Volontär, dann wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. 2006-2020 Forschung und Lehre an der TU Darmstadt und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Seit der Habilitation 2012 Privatdozent an der TU Darmstadt, 2018-19 Vertretungsprofessor für Technikgeschichte an der TU Darmstadt. Seit Oktober 2020 Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora.
Forschungsschwerpunkte: deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts; Nationalsozialismus und NS-Konzentrationslager; Geschichte der Technik, der Arbeit und der Kriminalität

Publikationen (Auswahl):
Monographien
Technology in Modern German History. 1800 to the Present, New York 2021 (im Druck).

Humane Rationalisierung? Die Raumordnung der Fabrik im fordistischen Jahrhundert, Bielefeld 2014.

Das „verbrecherische Weib“. Geschlecht, Verbrechen und Strafen im kriminologischen Diskurs 1800-1945, Münster 2003.

Herausgeberschaften
(mit Nina Kleinöder u. Stefan Müller), „Humanisierung der Arbeit“. Aufbrüche und Konflikte in der rationalisierten Arbeitswelt des 20. Jahrhunderts, Bielefeld 2019.

(mit Christian Zumbrägel) Themenheft „Technik“ (Body Politics. Zeitschrift für Körpergeschichte, Bd. 6, 2018, H. 9).

(mit Lars Bluma), Kontrollierte Arbeit – disziplinierte Körper? Zur Sozial- und Kulturgeschichte der Industriearbeit im 19. und 20. Jahrhundert, Bielefeld 2012.

(mit Jens-Christian Wagner u. Helmut Kramer), Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und die Rolle der Justiz. Täterschaft, Nachkriegsprozesse und die Auseinandersetzung um Entschädigungsleistungen, Nordhausen 2007.

Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden
Visionen der Arbeit im Nationalsozialismus: Automatisierung und Menschenführung in der Leistungsgemeinschaft, in: Franziska Rehlinghaus u. Ulf Teichmann (Hg.), Vergangene Zukünfte von Arbeit. Aussichten, Ängste und Aneignungen im 20. Jahrhundert, Bonn 2019, S. 107-126.

Eine lange Geschichte der „menschenleeren Fabrik“. Automatisierungsvisionen und technologischer Wandel im 20. Jahrhundert, in: . Florian Butollo u. Sabine Nuss (Hg.), Marx und die Roboter. Vernetzte Produktion, künstliche Intelligenz und lebendige Arbeit, Berlin 2019, S. 74-90.

Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses, in: Christina Schlepper u. Jan Wehrheim (Hg.), Schlüsselwerke der Kritischen Kriminologie, Weinheim 2017, S. 237-247.

Die moderne Architektur und die humane Rationalisierung der Fabrik im frühen 20. Jahrhundert, in: kunsttexte.de. E-Journal für Kunst- und Bildgeschichte, Nr. 1, 2017.

Potenzial oder Störfaktor? Die Subjektivität von Arbeitern und Arbeiterinnen in der Zwischenkriegszeit, in: Knud Andresen u.a. (Hg.), Der Betrieb als sozialer und politischer Ort. Studien zu Praktiken und Diskursen in den Arbeitswelten des 20. Jahrhunderts, Bonn 2015, S. 259-284.

Die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ im Fabrikalltag: „Menschenführung“ zwischen Selbstverantwortung und Disziplinierung, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, Bd. 64, 2013, H. 5/6, S. 298-315.

The Ideal of Lebensraum and the Spatial Order of Power at German Factories, 1900-1945, in: European Review of History/Revue d’histoire européenne, Bd. 20, 2013, H. 2, S. 287-307.

Giving Scientific Management a ‘Human’ Face: The Engine Factory Deutz and a ‘German’ Path to Efficiency, 1910-1945, in: Labor History, Bd. 52, 2011, H. 4, S. 511-533.

Die Geschlechterordnung der Fabrik. Arbeitswissenschaftliche Entwürfe von Rationalisierung und Humanisierung 1900-1970, in: Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, Bd. 21, 2010, H. 1, S. 93-117.

Der Faktor Mensch und das Management: Führungsstile und Machtbeziehungen im industriellen Betrieb des 20. Jahrhunderts, in: Neue Politische Literatur, Bd. 55, 2010, H. 2, S. 233-254.

(mit Jens-Christian Wagner) Obóz koncentracyjny Mittelbau-Dora. Miejsce kaźni Polaków, in: Zeszyty Majdanka, Bd. 24, 2008, S. 65-122. [Das KZ Mittelbau-Dora. Ein polnischer Leidensort]

Mutterliebe und Verbrechen – Mutterschaft und Sexualität im kriminologischen Diskurs 1880-1980, in: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte, Bd. 36, 2008, S. 48-62.

Die Bedeutung der Kategorie Geschlecht für den Wandel des Strafdenkens im 19. Jahrhundert, in: Sabine Freitag u. Desirée Schauz (Hg.), Verbrecher im Visier der Experten. Kriminalpolitik zwischen Wissenschaft und Praxis im 19. und frühen 20. Jahrhundert, Stuttgart 2007, S. 101-116.

Deckgeschichten: Von der Hölle zu den Sternen. Das KZ Mittelbau-Dora in Nachkriegsnarrativen, in: Technikgeschichte, Bd. 72, 2005, H. 3, S. 243-256.

(mit Björn Küllmer) „In Stein gehauen“ – historische Sinnstiftung auf Denkmälern in Nordhausen im 20. Jahrhundert, in: Beiträge zur Geschichte aus Stadt und Kreis Nordhausen, Bd. 29, 2004, S. 104-114.

The Auschwitz Sketchbook, in: David Mickenberg, Corinne Granof u. Peter Hayes (Hg.), The Last Expression: Art and Auschwitz, Evanston (Illinois) 2003, S. 94-103.

Were Nazi Soldiers who Participated in the Holocaust Committed Anti-Semites who Believed Extermination was Necessary for the Preservation of Social Order?, in: Tandy McConnell (Hg.), History in Dispute, Volume 11: The Holocaust, 1933-1945, Columbia (South Carolina) 2003, S. 265-267.

Mitarbeit an Ausstellungen:
Dauerausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (2006)

In Stein gehauen – historische Sinnstiftung auf Nordhäuser Denkmalen. Eine Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (2004, Leitung)