Clément, 20 Jahre

Studienstiftung des Deutschen Volkes, Oktober 2018

Die Verarbeitung der eigenen Geschichte ist ein sehr wichtiges Thema, besonders bezogen auf den Holocaust. Es ist extrem wichtig, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und die kommenden Generationen darüber zu informieren.

Die Frage des Schuldgefühls spielt dabei natürlich eine große Rolle, besonders jetzt, wo dieses Ereignis immer weiter in die Ferne rückt, und die Anhänger der Generationen, die diese menschliche Katastrophe direkt erlebten, immer seltener werden.

Als Künstler möchte ich dazu sagen: Wir sollten uns meiner Meinung nach nicht schuldig fühlen, warum auch? Besonders die Jungen, die lange nach diesem dunklen Kapitel der europäischen Geschichte geboren wurden, tragen keine direkte Schuld daran. Schuldig werden sie erst, wenn sie zulassen, dass es in Vergessenheit gerät. Unsere Aufgabe ist es, sich ein schlechtes Beispiel daran zu nehmen, und gemeinsam, Hand in Hand, durch Kunst, Kultur und Aufklärung alles dafür zu tun, dass so etwas nie wieder möglich gemacht wird.

 

An die Jüngeren

Ein einfacher Gehweg vermischt sich mit dem Baum,
an dem einst eine Idee herumstolzierte.
Noch legt sich heute ein Schatten, wie ein Albtraum,
über diesen Ort an dem so viel passierte...

Siehst du, wie im Tal die Felder sich bewegen,
und im Glanz der Sonne die Stimmen verstummen?
Während feindliche Tendenzen sich erregen,
hört man dort ein stilles, verzweifeltes Summen.

Denn Niemand kann wirklich diesen Akt erklären,
während wir in der Geschichte herumwühlen.
Und wir müssen endlich die Jugend belehren,
um gemeinsam das dunkle Erbe zu fühlen.

Denn ein einziger Schrei rauscht durch all' die Zeiten,
ist er auch so unmenschlich, leblos und kalt.
Diese Geschichte sollte uns noch begleiten,
während die Erzählung eines Leidens erschallt.

So zieht durch den Buchenwald ein trauriger Wind,
wenn wir uns mal mit der Freiheit konfrontieren.
Doch verbunden mit der Zukunft weiß jedes Kind,
so etwas Schwarzes darf nie wieder passieren!

Gemeinsam rufen die Toten der Nationen,
sie teilen mit uns ihr wichtiges Vermächtnis.
Sie sagen den kommenden Generationen:
„Nicht nur für uns, habt ein besseres Gedächtnis!“