Hintergrund

Wenn ich mir so überlege, mit welchen unterschiedlichen Betriebsystemen und Entwicklungswerkzeugen ich in der Vergangenheit alles gearbeitet habe, dann kommt da so einiges zusammen.

PS: lasst euch von dem nebenstehenden Bild nicht täuschen, ich bin Baujahr 1964 und damit eher schon ein PC-Veteran. ;-)
Jens Vehlhaber

LC80

PC 1715
Alles fing im Jahr 1985 mit einem LC80 Computer an, den ich mittels Assemblersprache zum Ansteuern eines selbstgebauten elektronischen Schlagzeuges verwenden wollte. Das Maschinchen verdiente eigentlich den Namen Computer nicht. Bestand doch seine Tastatur aus einem Taschenrechnerfeld und seine Ausgabe aus einer 6 Zeichen breiten LCD-Zeile. Dafür verfügte es aber über einige brauchbare externe Schnittstellen.

1987 bekam ich dann intensiven Kontakt zu meinem ersten Computer mit Bildschirm. Ein Robotron PC 1715. Als Betriebsystem werkelte hier SCP (CP/M) im Hintergrund. Auch wenn die meiste Zeit an dem System auf wartender Weise verbracht wurde, möchte ich diese Erfahrungen heute nicht missen. Denn Software gab es nicht viel, also lautete auch hier das Motto: "Wer Programme schreiben kann ist klar im Vorteil". Da in der Geschichtswissenschaft ständig Datenbanken benötigt wurden, freundete ich mich mit dBase II an. Einer Datenbankabfrage- und Programmiersprache, der ich bis zum heutigen Tag in Teilen treu geblieben bin.

Zwischenzeitlich hatte ich auch Zugang zu den ersten Linux Gehversuchen, die ich allerdings zu diesem Zeitpunkt noch eher als studentisches Demonstrations- und Lernobjekt abtat. Ich gebe zu, aus heutiger Sicht eine sehr kurzsichtige Entscheidung.

Mit den ersten 286er Computern bekam ich dann auch MS-DOS 3.0 in die Hände. Und eigentlich empfand ich das als Rückschritt gegenüber SCP. So fehlte mir doch mindestens die Statuszeile mit der eingeblendeten Systemuhrzeit.
Softwareentwicklung auf dem Datenbankgebiet setzte ich, nach einigen Experimenten mit dBase III+, mit dem Clipper-Compiler fort. Er erzeugte Exe-Dateien die ohne zusätzliche Lizenz genutzt und verbreitet werden konnten.

Irgendwann setzte sich mit Windows 3.1 die grafische Oberfläche auf MS-DOS Beinen durch. Das xBase Entwicklungssystem dBFast kam da gerade zur richtigen Zeit auf den Markt. Borland hatte zwar versprochen eine dBase für Windows Version mit eigenem Compiler zu entwickeln, aber dieses Produkt konnte man lange Zeit nur auf den häufig durchgeführten Roadshows betrachten.

Später positionierte sich dann CA-Visual Objects als vermeintlich neuer Stern am Himmel der xBase Entwickler. Die in der Anfangszeit des Produktes völlig normalen Totalabstürze der Entwicklungsumgebung und die Größe der fertigen Dateien, hinterließen zumindest bei mir einen sehr unvorteilhaften Eindruck. Der objektorientierte xBase Ansatz war eine geniale Idee, nur wenn ein Datenbankprodukt dann mit mindestens 20MB ausgeliefert wurde, dann waren da mindestens 15MB leider notwendiger DLL-Ballast dabei.
Ich versuchte dennoch bis zur 3er Version einige Projekte damit umzusetzen. Richtig warm wurde ich damit aber nie.
Einige spätere sehr enttäuschende Experimente mit Alaska Xbase++ sollte ich der Vollständigkeit halber auch noch erwähnen.

Parallel dazu nutzte ich immer öfter Borland Pascal, später dann Delphi zum Erstellen von Zusatzbibliotheken für dBFast und anderen Systemen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis ich diese Programmiersprache mit ihren effizienten Werkzeugen zum Arbeitsmittel meiner Wahl ernannte.