Unterabschnitte

Der Firebird SQL Server 1.5.2

Allgemeines

Firebird ist eine Weiterentwicklung der professionellen Datenbanksoftware Interbase, welche am 25. Juli 2000 von Borland unter der "InterBase Public License v.1.0" veröffentlicht wurde. Damit eröffnete sich der Open Source Gemeinschaft die Möglichkeit, eine Datenbank weiter zu entwickeln, die sich in ihren Leistungsparametern hinter den etablierten Produkten von Oracle, Microsoft und anderen Herstellern nicht zu verstecken braucht.
Das Firebird-Package ermöglicht den Einsatz dieses leistungsfähigen Datenbanksystems auf der EISFAIR Serverplattform.

Installation unter EISFAIR

Das Installationsscript erkennt automatisch, ob bereits ein Firebird SQL Server installiert ist. Sollen die Benutzernamen und Passwörter übernommen werden, so ist die Frage nach der Erstellung einer neuen Security Database mit "No" zu beantworten. Wird hier "Yes" angegeben, werden alle Firebird Datenbankbenutzereinträge gelöscht und der Administrator SYSDBA wieder auf sein Anfangspasswort "masterkey" gesetzt. Vorhandene Datenbanken, außer den Demodatenbanken, werden in keinem Fall verändert oder automatisch konvertiert. Beim Update von Version 1.0.x auf 1.5.x sollten alle Datenbanken vorher gesichert und die Hinweise unter "Import älterer Firebird und Interbase Datenbanken" beachtet werden.

Allgemeine Konfiguration

Die Konfiguration kann über den Menüpunkt "Edit Configuration" geändert werden.
Nach Beendigung des Editors wird die Konfiguration automatisch auf Fehler überprüft. Werden Fehler festgestellt, so sollten die entsprechenden Einträge in jedem Fall korrigiert werden.
Sind zu diesem Zeitpunkt Benutzer mit der Datenbank verbunden erfolgt eine Hinweismeldung. Alle Änderungen werden gespeichert, ein Neustart erfolgt jedoch nicht.

FIREBIRD_START_FIREBIRD
Legt fest, ob der Firebird SQL Server gestartet wird.

Gültige Werte: yes,no

FIREBIRD_DATA_DIRECTORY
Hier wird das Standard-Datenbankverzeichnis eingetragen.

Beispiel: /var/firebird

FIREBIRD_SECURE_PATH_ACCESS
Mit diesem Parameter läßt sich der Zugriff auf die Serververzeichnisse einschränken.
In der Option "Restrict" können nur noch Datenbanken genutzt und erstellt werden, die entweder im Verzeichnis: /usr/local/firebird/examples oder in dem unter DATA_DIRECTORY eingetragen Verzeichnis gespeichert sind.
Die Option "Full" erlaubt einen nahezu beliebigen Speicherort der Datenbanken.

Gültige Werte: Full,Restrict

FIREBIRD_BACKUP_CRON_SCHEDULE
Der Eintrag gibt den Startzeitpunkt und die Anzahl der Dateiüberprüfungen des Auto-Backup System an. Die 5 Werte stehe für: Minute, Stunde, Tag, Monat, Wochentag.
Die Voreinstellung - einmal täglich 01:15 Uhr - hat sich in der Praxis als brauchbar erwiesen.

Beispiel täglich 01:15 Uhr: 15 1 * * *

FIREBIRD_BACKUP_TARGET
Hier wird das Zielverzeichnis für die Backupvorgänge eingetragen.
Alle vom Auto-Backup System erstellten Dateien werden dort abgelegt.

Beispiel: /var/firebird

FIREBIRD_BACKUP_N
Definiert die Anzahl der eingetragenen, mit Auto-Backup zu überwachenden, Dateien.

Beispiel: 2

FIREBIRD_BACKUP_x_FILE
Dateiname inklusive Pfadangabe der zu überwachenden Datenbankdatei.

Beispiel: /usr/local/firebird/examples/employee.fdb

FIREBIRD_BACKUP_x_MAX
Maximale Anzahl der gespeicherten Backups der Datenbank. Beim Überschreiten des Wertes wird die jeweils älteste Backupdatei gelöscht.

Beispiel: 7

FIREBIRD_BACKUP_MOUNT
Ermöglicht das ausführen eines Kommandos vor dem Starten des Backup- oder Restorevorganges. Das kann z.B. das Mounten eines MO-Disk Datenträgers sein.

Beispiel: mount /mo

FIREBIRD_BACKUP_UMOUNT
Ermöglicht das Ausführen eines Kommandos nach Abschluß des Cron-Autobackups. So kann z.B. ein Umount Befehl für einen MO-Disk Datenträger ausgeführt werden.

Beispiel: umount /mo

Spezielle Konfiguration

Die folgenden Parameter sollten nur bei Bedarf verändert werden.

FIREBIRD_MSG_LANGUAGE
Verändert die Sprache der Fehler- und Hinweistexte. Sie sind aber zur Zeit noch nicht vollständig übersetzt, so das der größte Teil der Meldungen auch weiterhin in Englisch ausgegeben wird.

Gültige Werte: de,en,fr

FIREBIRD_CONNECT_PORT
Hier wird der Kommunikations-Port des Servers eingetragen. Clientsoftware erwartet hier, von Ausnahmen abgesehen, den Port 3050 des TCP Protokolles.

Standardeinstellung: 3050

FIREBIRD_BIND_IP_ADDRESS
Diese Option wird dann benötigt, wenn mehrere Netzwerkkarten im Server verwendet werden und nicht von allen ein Zugriff auf den Firebird Server erlaubt sein soll. Die IP-Adresse der für die Servernutzung freigegebenen Netzwerkkarte wird dann hier eingetragen.

Standardeinstellung:
Beispiel: 192.168.6.10

Die Menüs des Firebird Packages

Das Firebird Hauptmenü

Das Firebird Hauptmenü ist über den Menüpunkt "Service administration" im zentralen Setup-Programm zu erreichen. Es ist wie folgt aufgebaut:

Die Firebird Tools

Das Firebird Toolmenü ist wie folgt aufgebaut:

Auto-Backup

Da Firebird über die Möglichkeit verfügt, im laufenden Datenbankbetrieb (ohne Anhalten des SQL-Servers) Backups zu erstellen, wurde eine Auto-Backup-Funktion integriert.
Ein Cron Job fragt in beliebigen Abständen das Änderungsdatum der zu überwachenden SQL Datenbanken ab. Hat sich die Uhrzeit der Datei seit dem letzten Backup geändert, so wird mit dem Firebird internen gbak Prozess eine Backup Datei erstellt. Der Backup-Dateiname wird um zusätzliche Datums- und Stundeninformationen im Format: -JJJJMMTT-HH erweitert. So kann theoretisch bis zu einmal stündlich ein Backup erstellt werden. Voreingestellt ist das Backup auf einmal täglich 01:15 Uhr. Die Anzahl der gespeicherten Backups pro Datenbank kann begrenzt werden. Beim Überschreiten dieses Wertes wird die älteste Backupdatei gelöscht.
Beispiel:

Der Erfolg oder Misserfolg durchgeführter Auto-Backup-Operationen, wie Backup erstellen oder löschen der ältesten Backup Datei, wird im System-Logfile protokolliert.

Import älterer Firebird und Interbase Datenbanken

Die Datenbankstruktur zwischen den Firebird Versionen ist zwar weitestgehend identisch, dennoch empfehlen die Entwickler wichtige Datenbanken über das gbk - Backup Format zu übernehmen. Dazu bitte:

  1. Unter der alten Firebird/Interbase Version die Datenbanken mit gbak exportieren. Bei der EISFAIR Firebird Version ist dazu im Menü "Firebird Tools" das "Database Backup" für die entsprechenden Dateien auszuführen.
  2. Firebird 1.5.x installieren. Dabei die Abfrage zur Erzeugung einer neuen Security Datenbank unbedingt mit "No" beantworten.
  3. Unter Firebird 1.5.x im Menüpunkt "Firebird Tools" - "Database Restore" die entsprechenden Datenbanken im 1.5er Format zurücksichern.
  4. Anpassen der Dateinamen in den Einstellungen der "Backup Settings" auf die neue Dateiendung fdb.

Jens Vehlhaber 2005-01-29