Danuta Brzosko-Mędryk

1921 (Pultusk, Polen) - 2015 (Warschau)

Schriftstellerin

"Mit dem Schreiben der Bücher erfülle ich eine Verpflichtung gegenüber denjenigen, die nicht überlebt haben. Denn immer wieder hörten wir von den Sterbenden: 'Vergeßt uns nicht. Seid unsere Zeugen!' "



Am 4. August 1921 wird Danuta Brzosko in dem polnischen Ort Pultusk geboren. Sie wird Mitglied im Pfadfinderbund, ist Autorin und Darstellerin im Schultheater. Trotz Schulverbots durch die Deutschen besucht sie illegal das Königin-Jadwiga-Gymnasium in Warschau. Sie möchte Kinderärztin oder Schriftstellerin werden.

Im Juli 1940, während der Abiturprüfung, wird Danuta Brzosko wegen illegalen Schulbesuchs verhaftet. Sie sitzt mit ebenfalls verhafteten Lehrern für drei Wochen im Pawiak-Gefängnis in Warschau, wo sie die letzten Abiturprüfungen ablegt. Die Freilassung erfolgt vermutlich auf öffentlichen Druck hin. Im August 1942 zweite Verhaftung - wieder Pawiak-Gefängnis -, am 18. Januar 1943 Einlieferung in das KZ Majdanek. Dort organisiert sie gegenseitige Hilfe unter den Frauen und betreibt mit anderen das illegale Kabarett "Radio Majdanek". Im April 1944 wird Danuta Brzosko in das KZ Ravensbrück überstellt und im Juni in ein Außenlager des KZ Buchenwald, HASAG Leipzig, wo sie für die deutsche Rüstung arbeiten muß. Während eines Evakuierungsmarsches wird sie in der Nähe von Wurzen am 26. April 1945 durch kanadische Truppen befreit.

Nach ihrer Rückkehr nach Polen studiert Danuta Brzosko in Lodz Medizin, arbeitet seit 1949 bis 1976 als Zahnärztin. Heirat mit Jerzy Medryk. 1965 beginnt sie zu schreiben: Romane mit autobiographischen Zügen, in denen sie vor allem ihre Erinnerungen an das KZ und das Schicksal von Frauen und Kindern im Zweiten Weltkrieg thematisiert, später schreibt sie auch Filmdrehbücher. Seit den siebziger Jahren ist Danuta Brzosko-Medryk in der Friedensbewegung tätig, 1989 erhält sie den Aachener Friedenspreis.
Im Internationalen Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos vertritt sie von 1996 bis 2001 die ehemaligen weiblichen Häftlinge des KZ Buchenwald, 1998 bis 2003 ist sie Mitglied des Häftlingsbeirats der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Sie gehört der Hauptkommission zur Untersuchung der Naziverbrechen in Polen an.