Insassen des DP-Camps Dora mit dem französischen UNRRA-Team-Direktor, 29. Juni 1945. Foto: NARA, College Park, MD.

DP-Camp und Repatriierungslager

Nach der Befreiung begannen die amerikanischen Besatzungstruppen in Zusammenarbeit mit der UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration), die Lager Dora und Harzungen als Unterkünfte für "Displaced Persons" (DPs) einzurichten. Als DPs wurden befreite KZ-Häftlinge und ehemalige Zwangsarbeiter bezeichnet, die aus vielen Ländern Europas stammten und deren Rückkehr in die Herkunftsländer die UNRRA organisierte.

Mitte Mai 1945 warteten im Lager Dora etwa 14.000 Menschen auf die Rückkehr in ihre Heimat - neben einigen Hundert befreiten KZ-Häftlingen vor allem ehemalige Kriegsgefangene und zivile ausländische Zwangsarbeiter. Während viele Überlebende, vor allem aus Osteuropa, im DP-Camp Dora monatelang auf ihre Repatriierung warten mussten, kehrten die Häftlinge aus Westeuropa nach der Befreiung rasch in ihre Heimatländer zurück.

Nach der Übergabe Thüringens an die sowjetische Besatzungsverwaltung Anfang Juli 1945 führte die Rote Armee Dora als "Repatriierungslager" für ehemalige polnische und sowjetische Zwangsarbeiter weiter. Die befreiten sowjetischen Zwangsarbeiter standen in den Augen der stalinistischen Behörden im Generalverdacht der Kollaboration mit den Deutschen. Vor ihrer Rückkehr in die Heimat wurden sie vom sowjetischen Geheimdienst überprüft; manche gerieten erneut in Haft und verschwanden im GULAG.