Sprengung der Stollen-Eingänge, 1947. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Das Verschwinden der Lager

Nach Auflösung des "Umsiedler"-Lagers im Juli 1946 ließ die Stadt Nordhausen die Baracken im ehemaligen Lager Dora demontieren und als Notunterkünfte in der zerstörten Stadt und im Landkreis wieder aufstellen. Lediglich das frühere Krematorium und zunächst auch das Lagergefängnis blieben erhalten. Letzteres ließen die lokalen Behörden 1952 gegen den Widerstand überlebender Häftlinge abtragen. Zu diesem Zeitpunkt war vom Rest des ehemaligen Lagers kaum noch etwas zu sehen.

Auch ein Teil der Stollenanlage verschwand. Nach einer kurzen Phase der Weiternutzung als Raketenwerk unter sowjetischer Leitung ließen die Besatzungsbehörden Teile der Stollen, darunter die Eingänge, 1947 sprengen. Sie folgen damit alliierten Vereinbarungen, die vorsahen, dass militärische Anlagen in Deutschland unbrauchbar gemacht werden sollten.

Auch an den anderen Lagerstandorten des KZ Mittelbau war bald kaum noch etwas von der Vergangenheit zu sehen. In den meisten Fällen wurden die Baracken wie im Lager Dora nach dem Krieg demontiert und als Bau- und Brennholz verwendet. Heute zeugen allenfalls noch die Betonfundamente von der Vergangenheit dieser Orte. Andere Lager dienten als Unterkünfte für Flüchtlinge, so etwa in Stempeda und Blankenburg-Oesig. In Blankenburg werden die mehrfach umgebauten Baracken heute noch bewohnt.