Das Ausstellungsplakat zeigt eine Unterkunftsbaracke des KZ-Außenlagers Ellrich-Juliushütte, nach 1945. Foto: SGBuMD

"Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora"

Vom 14. März bis 27. April 2017 in der Gedenkstätte Roter Ochse in Halle (Saale)

Am Dienstag, 14. März 2017 wurde die Wanderausstellung "Von Auschwitz in den Harz - Sinti und Roma im KZ Mittelbau-Dora" in der Gedenkstätte Roter Ochse in Halle (Saale) eröffnet. Sie ist dort bis zum 27. April 2017 zu sehen. Die Ausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora widmet sich einem in der deutschen Gesellschaft lange vernachlässigten Thema: der Verfolgung, Deportation und Ermordung Tausender Sinti und Roma im nationalsozialistischen Deutschland und ihrer fortdauernden Diskriminierung nach 1945 bis heute.

Im Dezember 1942 ordnete SS-Chef Heinrich Himmler die Deportation aller im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma nach Auschwitz an. Dort wurden Tausende in den Gaskammern ermordet. Nur etwa 3000 Männer und Frauen überlebten das dortige „Zigeuner-Familienlager“, das die SS im August 1944 auflöste. Fast alle männlichen Überlebenden verschleppte sie über Buchenwald in das KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen, das damit im letzten Kriegsjahr zur zentralen Haftstätte für Sinti und Roma wurde. Die meisten der rund 1500 Männer wurden in die Mittelbau-Außenlager Harzungen und Ellrich-Juliushütte überstellt, etwa 200 starben dort an den brutalen Haftbedingungen.

Die Verfolgung der Sinti und Roma begann nicht erst 1933, und sie endete nicht 1945. Die Wanderausstellung enthält neben biographischen Erinnerungszeugnissen ehemaliger Häftlinge amtliche Dokumente, Zeitungsberichte und Fotos, die die organisierte Verfolgung und Verschleppung von Sinti und Roma durch die regionalen Behörden in den 1930er und 1940er Jahren zeigen. Thematisiert werden die Anfänge der gesellschaftlichen Ausgrenzung von Sinti und Roma vor 1933, ihr grauenvoller Lageralltag in den Konzentrationslagern Auschwitz und Mittelbau-Dora nach der Deportation sowie das lange und oftmals vergebliche Ringen der KZ-Überlebenden um ihre gesellschaftliche Anerkennung nach 1945.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu dieser Wanderausstellung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora finden Sie hier.

Über die Begleitbroschüre zur Ausstellung, die bei der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora erhältlich ist, können Sie sich hier informieren.