Kohle- und Pastellzeichnung „Fanatische Wesen“ von Alfred Ahner, Mitte der 1930er Jahre, 60,4 x 47,4 cm

Kunstwerke Alfred Ahners restauriert

33 Handzeichnungen des Weimarer Künstlers aus der Zeit des Nationalsozialismus zurück in der Gedenkstätte Buchenwald

Die Handzeichnungen sind Teil eines nahezu 100 Arbeiten umfassenden Konvoluts von Arbeiten Alfred Ahners aus den 1930er und 1940er Jahren, die in der Kunstsammlung der Gedenkstätte als Leihgabe der Alfred-Ahner-Stiftung aufbewahrt werden. Die Arbeiten zur Konservierung der Blätter führte Graphikrestaurator Hans Hilsenbeck (Baunatal) aus, der zuvor schon Zeichnungen des Bestands der Ahner-Stiftung restauriert hatte. Dies wurde dank einer Projektförderung durch die Thüringer Staatskanzlei, Abteilung Kunst und Kultur möglich. Die Alfred-Ahner-Stiftung und die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora hoffen, in einem zweiten Schritt auch die weiteren Arbeiten restaurieren lassen zu können.

Unter dem Titel „Sehenden Auges. Alfred Ahner und das Ende von Weimar“ organisierte die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora 2003 eine Ausstellung von Arbeiten aus dem Nachlass Alfred Ahners. Die meisten dort gezeigten Arbeiten werden heute in der Gedenkstätte Buchenwald aufbewahrt. Sie zeichnen sich vor allem durch die seltene und deutlich kritische Perspektive Ahners auf den Nationalsozialismus aus. Seine Darstellungen der Mitläufer und Fanatiker, aber auch seine Wahrnehmung der aus der nationalsozialistischen Gesellschaft Ausgestoßenen ist einzigartig.

Alfred Ahner (1890-1973) absolvierte vor dem Ersten Weltkrieg Kunststudien in München und Stuttgart. Otto Dix und Adolf Hölzel gehörten zu seinen frühen Anregern. Er lebte ab 1922 in Weimar und schuf in mehreren Jahrzehnten in seinem zeichnerischen Werk ein bildkünstlerisches Gedächtnis der Stadt, die sich früher als andere den Nationalsozialisten überließ und 1937/45 ein das KZ Buchenwald in der Nachbarschaft hinnahm. Alfred Ahner verstarb 1973 in Weimar.