Einweihung des Gedenksteins für Angehörige der Alliierten Luftwaffe am 13. April 2014, im Vordergrund steht Ed Carter-Edwards. Foto: Peter Hansen, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald

Trauer um Ed Carter-Edwards

Überlebender des KZ Buchenwald und Vizepräsident für Kanada im Internationalen Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos am 22. Februar 2017 verstorben

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora trauern um Ed Carter-Edwards, einen langjährigen Freund und Begleiter unserer Arbeit. Wir werden ihn mit seinem Humor, seiner Leidenschaft und Herzlichkeit nicht vergessen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Edward (Ed) Carter-Edwards wurde am 2. April 1923 in Montreal/Kanada geboren. Kurz darauf verzog die Familie nach Hamilton in der Provinz Ontario, wo er bis zuletzt lebte. Im August 1942 trat er in die Royal Canadian Air Force ein und war seit Juni 1943 als Funker in England stationiert. Nach einem Fallschirmabsprung über Frankreich verhaftete ihn im Juni 1944 die Gestapo. Im darauffolgenden Monat deportierten die deutschen Sicherheitsbehörden Ed Carter-Edwards mit einem Transport von 1650 Häftlingen, unter ihnen 169 alliierte Flieger, aus dem Gefängnis Frèsnes bei Paris in das KZ Buchenwald. Dort wurde er am 20. August 1944 unter der Häftlingsnummer 78361 registriert und im Zeltlager des Kleinen Lagers untergebracht. Drei Wochen später musste Ed Carter-Edwards in den Krankenbau aufgenommen werden. Ende November 1944 erfolgte sein Weitertransport in das Kriegsgefangenlager der deutschen Luftwaffe Stalag Luft III in Sagan (heute Żagań in Polen). Nach der Evakuierung dieses Lagers wurde er am 5. Mai 1945 bei Lübeck durch britische Truppen befreit.

Über England kehrte Edward Carter-Edwards nach Kanada zurück und gründete eine Familie. Seit den 1980er Jahren beschäftigte er sich intensiv mit der Erinnerung an die nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen. Er kämpfte um die Anerkennung der Opfer durch die kanadische Regierung und in der Öffentlichkeit sowie gegen die Holocaustleugnung in seiner Heimat und trat häufig als Zeitzeuge in Schulen auf. Ed Carter-Edwards war im "KLB-Club" aktiv, der nach Buchenwald verschleppte Angehörige der alliierten Luftwaffe versammelt, und vertrat seit 1990 Kanada als Vizepräsident im Internationalen Komitee Buchenwald-Dora und Kommandos. Gerade auch dank seines Engagements wird zum 69. Jahrestag der Befreiung am 13. April 2014 in der Gedenkstätte Buchenwald ein Gedenkstein für die Angehörigen der Alliierten Luftwaffe eingeweiht.

Ed Carter-Edwards verstarb am 22. Februar 2017 im Kreise seiner Familie.