Der niederländische König Willem-Alexander und seine Gemahlin Máxima in der Dauerausstellung zur Geschichte des KZ Buchenwald. Foto: Michael Reichel, TSK

Besuch des Niederländischen Königspaares in der Gedenkstätte Buchenwald

am Mittwoch, dem 8. Februar 2017

Der niederländische König Willem-Alexander und seine Gemahlin Máxima besuchten heute die Gedenkstätte Buchenwald. Das Königspaar interessierte sich vor allem für die neue Dauerausstellung zur Geschichte des Konzentrationslagers, deren Konzeption und Inhalte ihm von Rikola-Gunnar Lüttgenau, dem stellvertretenden Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, erläutert wurden.

In der Ausstellung traf das Königspaar auch drei Niederländer, die sich seit Jahren in der Erinnerungskultur zu Buchenwald engagieren und zur Geschichte der niederländischen Häftlinge intensiv geforscht haben, unter ihnen Anna Hageman, die 2012/13 als Freiwillige in der Gedenkstätte Buchenwald arbeitete.

Rikola-Gunnar Lüttgenau unterstrich: „Buchenwald ist ein Ort niederländischer Geschichte. Es freut uns, dass das Königspaar der Niederlande dies mit seinem Besuch unterstrichen und so seine Bedeutung als europäischen Erinnerungsort noch einmal verdeutlicht hat.“

In der Ausstellung ging Rikola-Gunnar Lüttgenau insbesondere auf die Geschichte der über 300 niederländischen Geiseln ein, die 1940 als Druckmittel gegen die Internierung von Deutschen in Niederländisch-Indien auf den Ettersberg verschleppt worden waren. Getrennt von den anderen wurden sie in einer gesonderten Unterkunft (Block 41) untergebracht, unter ihnen auch Willem Drees, der damalige Fraktionsvorsitzende der sozialdemokratischen Arbeiterpartei und spätere langjährige Ministerpräsident der Niederlande.

Die Geschichte der niederländischen Geiseln von Buchenwald ist in besonderer Weise mit dem niederländischen Königshaus verknüpft, da viele von ihnen Angestellte des Königshauses waren. So übergab Rikola-Gunnar Lüttgenau dem König Willem Alexander am Ende seines Besuches faksimilierte Dokumente eines Transportes, mit dem u. a. der Privatsekretär seiner Großmutter nach Buchenwald verschleppt wurde. Die Originale der Dokumente werden heute im Thüringischen Hauptstaatsarchiv in Weimar aufbewahrt. 

Informationen zu Niederländern im KZ Buchenwald finden Sie hier.