Ausstellung „Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945“. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

„Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945“

Wanderausstellung der Gedenkstätten Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen noch bis zum 5. Februar 2017 im Erich-Maria-Remarque Friedenszentrum in Osnabrück

Das Kooperationsprojekt der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora mit der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten thematisiert die Räumung der Konzentrationslager und die Todesmärsche von KZ-Häftlingen im Frühjahr 1945. Die Schau besteht aus zwei komplementären Teilen, die zunächst getrennt an beiden Orten gezeigt wurden und nun zusammen als Wanderausstellung zu sehen sind.
Im Mittelpunkt des ersten Teils stehen die Räumung des KZ Mittelbau und die Transporte in die Heide. Im zweiten Teil werden die Ankunft in Bergen-Belsen, die Befreiung, das Leben der befreiten KZ-Häftlinge im „Kasernenlager“ und der Umgang der deutschen Gesellschaft mit den Gräbern entlang der Todesmarschrouten geschildert.

Die Ausstellung verdeutlicht das Ausmaß der Gewalt während der Todesmärsche, und sie zeigt, dass die Verbrechen in aller Öffentlichkeit begangen wurden. Zudem thematisiert sie das „Kasernenlager“ in Bergen-Hohne, das im April 1945 als Nebenlager des KZ Bergen-Belsen zur Unterbringung der Häftlinge aus dem KZ Mittelbau genutzt wurde. Später befand sich hier das größte jüdische DP-Camp Deutschlands.

Die Ereignisse während der Lagerräumungen werden multiperspektivisch dargestellt. Ein besonderes Gewicht haben dabei Tagebücher, Erinnerungsberichte und Zeichnungen ehemaliger Häftlinge. Diese Zeugnisse verdeutlichen eindrucksvoll, wie dicht die Hoffnung der Gefangenen auf die nahe Befreiung und die unmittelbare Lebensbedrohung während der Räumungstransporte beieinander lagen. Zugleich zeigt die Ausstellung das breite Ausmaß der Mittäter- und Komplizenschaft in der deutschen Bevölkerung – und die mangelnde Bereitschaft vieler Deutscher nach dem Krieg, sich der Verantwortung für die vor Ort begangenen Verbrechen zu stellen.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Freitag 10.00 - 13.00 und 15.00 - 17.00, Samstag und Sonntag 11.00 - 17.00

Ein Katalog zur Ausstellung in deutscher Sprache und eine englische Begleitbroschüre sind
an der Besucherinformation der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora erhältlich. Der deutsche Begleitband ist außerdem im Online-Shop der Stiftung verfügbar.

Weitere Details zu der Wanderausstellung finden Sie hier.