Die Erinnerungsstätte vor der mutwilligen Zerstörung. Foto: Katharina Brand, Sammlung Gedenkstätte Buchenwald

Mutwillige Zerstörung in der Gedenkstätte Buchenwald

Erinnerungsstätte für Dietrich Bonhoeffer, Friedrich von Rabenau und Ludwig Gehre schwer beschädigt. Polizei ermitteln und sucht Zeugen

In den frühen Morgenstunden des 25. Mai 2014 beschädigten unbekannte Täter die Erinnerungsstätte für Dietrich Bonhoeffer, Friedrich von Rabenau und Ludwig Gehre in der Gedenkstätte Buchenwald schwer. Sie zerstörten eine Stufe des historischen Treppenzugangs und beschädigten die aus Edelstahl gefertigte Gedenktafel irreparabel. Der Schaden beläuft sich auf etwa 10.000 Euro.

Die Gedenkstätte erstattete umgehend Anzeige. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf politisch motivierte Sachbeschädigung und Störung der Totenruhe. Zeugen, die am Sonntag, dem 25. Mai 2014 zwischen 7 und 10 Uhr in der Gedenkstätte Buchenwald an der Durchgangsstraße nach Hottelstedt ungewöhnliche Vorgänge oder verdächtige Personen beobachtet haben werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Weimar (Tel. 03643-8820) in Verbindung zu setzten.

Die Erinnerungsstätte im Bereich der ehemaligen SS-Kasernen wurde am 1. September 1999 eingeweiht. Seit 1990 hatten Teilnehmer an Workcamps unterschiedlicher Träger das Areal im zu DDR-Zeiten überwachsenen Kasernengelände am Steinbruch freigelegt. In einem dortigen Kellerarrest verbrachte Anfang 1945 der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer gemeinsam mit dem ehemaligen General Friedrich von Rabenau und Hauptmann Ludwig Gehre die letzten Wochen seines Lebens. Sie waren wegen ihrer Teilnahme an der Verschwörung gegen Hitler, die zum Attentat am 20. Juli 1944 führte, verhaftet und nach Buchenwald gebracht worden. Am 9. April 1945 wurden sie im KZ Flossenbürg ermordet, ihre Leichen verbrannt und die Spuren verwischt.