Trauer um Maria Kosk (1930-2013)

Überlebende der Konzentrationslager Auschwitz, Ravensbrück und Buchenwald am 19. Februar 2013 verstorben.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora trauern um Maria Kosk, eine langjährige Freundin und Begleiterin unserer Arbeit. Wir werden sie nicht vergessen und ihr und ihrem Werk ein ehrendes Andenken bewahren.

Maria Kosk (geborene Brzęcka) wurde als jüngste von vier Schwestern am 3. Mai 1930 in Lobzenica in Südostpolen unweit der polnisch-deutschen Grenze geboren. Im Alter von 14 Jahren wurde sie im Zuge der Terrormaßnahmen gegen die Warschauer Bevölkerung durch Einheiten der Waffen-SS nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstands der Polnischen Heimatarmee am 10. August 1944 zusammen mit ihrer Mutter Stanislawa Brzęcka und ihren Schwestern Halina und Krystyna in das KZ Auschwitz deportiert. Sie gelangte von dort zunächst in das Frauen-KZ Ravensbrück und kurz darauf in das Außenlager des KZ Buchenwald der HASAG-Werke Meuselwitz. Mit 1500 polnischen Frauen, Russinnen und Frauen anderer nationaler Herkunft musste sie in der Munitionsfabrik, auf deren Gelände die Baracken für die Häftlingsarbeiter errichtet waren, im Schichtbetrieb arbeiten. Um den Lagerterror zu überleben, zeichnete sie, auf Kontrollzetteln aus dem Hasag-Werk, Lagersituationen und Phantasien.

Am 30. November 1944 wurden die Mutter und Schwester Krystyna während eines Luftangriffs auf die Fabrik von Bombensplittern schwer verletzt und in das KZ Ravensbrück zurückgebracht. Beide gelangten kurz vor der Befreiung durch eine Rettungsaktion des Grafen Bernadotte aus dem Lager nach Schweden. Maria und Halina überstanden gemeinsam die Monate Dezember 1944 bis April 1945 in Meuselwitz. Auf den Todesmarsch gezwungen, erlebten sie am 8. Mai 1945 vor Prag ihre Befreiung. Am Jahresende 1945 kamen Maria und Halina, Krystyna und die Mutter Stanislawa Brzęcka wieder in Warschau zusammen, der Vater Wincenty Brzęcko, 1939 zum Militär eingezogen, kehrte nicht aus dem Krieg zurück.

Nach Kriegsende besuchte Maria Kosk in Warschau das Gymnasium und studierte in den 1950er Jahren Architektur. 1957 erwarb sie das Diplom eines Ingenieur-Architekten und arbeitete international. 1989 pensioniert, lebte sie mit ihrer Familie in Warschau.

1996 kehrte sie zum ersten Mal nach dem Krieg nach Meuselwitz zurück und begann mit der Niederschrift ihrer Erinnerungen an die deutschen Konzentrationslager. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora bewahrt 65 Zeichnungen aus Meuselwitz von ihr auf.

Seit 2005 war Maria Kosk Mitglied im Beirat KZ Buchenwald der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Am 19. Februar 2013 verstarb Maria Kosk im Alter von 82 Jahren in Warschau.