Am 9. November 1993 wurde das Jüdische Mahnmal in der Gedenkstätte Buchenwald geweiht. Es ist mit Steinen aus dem Buchenwalder Steinbruch auf der Grundfläche des ehemaligen jüdischen Blocks 22 erbaut. Foto: Peter Hansen. Gedenkstätte Buchenwald

Haltlose Vorwürfe gegen die Gedenkstätte Buchenwald

Mit absurden Behauptungen versucht Tuvia Tenenbom Aufmerksamkeit für sein soeben erschienenes Buch „Allein unter Deutschen“ zu erzeugen

Dazu stellt die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora fest:

Die Darstellung Herrn Tenenboms der Arbeit der Gedenkstätte Buchenwald ist absurd und entbehrt jeder Realität. Herr Tenenbom gibt die Gespräche mit mir und dem Leiter der pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte entstellt wieder. Ich habe zu keinem Zeitpunkt davon gesprochen, dass Juden in Uganda hätten angesiedelt werden sollen. Auch das T-Shirt der Uganda-Bar in Jerusalem ist kein Propaganda-T-Shirt. Die Uganda-Bar ist eine unter jungen Israelis beliebte Bar mit künstlerischen Veranstaltun-gen, die ich gerne mit meiner langjährigen israelischen Frau, die selbst Künstlerin ist, besucht habe. Denn die Bar liegt in der Nähe der Wohnung ihrer Mutter und man bekommt dort guten Humus und interessante Musik.

Internationaler Forschungstand ist, dass das KZ Buchenwald nicht zu den Vernichtungslagern – wie die Lager der „Aktion Reinhard“ oder das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – gehört hat. Internationaler Forschungsstand ist auch, dass es im KZ Buchenwald und seinen Außenlagern keine Gaskammern gegeben hat und dass im KZ Buchenwald keine Tötungen durch Gas stattgefunden haben, wie Herr Tenenbom in seinem Buch behauptet. Dass damit nicht gesagt ist, dass im KZ Buchenwald keine Massenmorde und andere Greuel stattgefunden haben, versteht sich von selbst. Ein Klick auf die Homepage der Gedenkstätte unter www.buchenwald.de ermöglicht, sich leicht über die Geschichte des KZ Buchenwald und die Arbeit der Gedenkstätte Buchenwald zu informieren.

In der Gedenkstätte Buchenwald arbeiten weder Rassisten noch Antisemiten. Vielmehr ist die Gedenkstätte Buchenwald international hoch angesehen. Der Zentralrat der Juden in Deutschland ist im Stiftungsrat der Gedenkstätte vertreten. Herr Naftali Fürst, Haifa, der das KZ Buchenwald als Kind überlebt hat, ist Mitglied im Beirat der Überlebenden des KZ Buchenwald. Gemeinsam mit Herrn Fürst hat die Gedenkstätte gerade erst in Tel Aviv (September 2012) ein Treffen mit den geretteten Kindern von Buchenwald veranstaltet. Die israelische Botschaft ist jedes Jahr zu den Feiern der Befreiung des Lagers im April anwesend. Hochrangige Delegationen aus Israel haben die Gedenkstätte immer wieder besucht. Der Leiter der pädagogischen Abteilung hat 1977/78 als junger Mann als Freiwilliger in Israel gearbeitet und ist einem palästinensischen Attentat zum Opfer gefallen. Dabei ist sein Bruder umgekommen. Er selbst wurde schwer verletzt. Ein israelischer Arzt, Überlebender des Holocaust, hat ihn behandelt. Diese Erfahrung hat Herrn Gaede geprägt. Er setzt sich deshalb insbesondere für die Zusammenarbeit mit Israel und den Friedensprozess ein. In diesem Sinn hat er auch den vom Auswärtigen Amt vorgeschlagenen Träger des Menschenrechts-preises der Stadt Weimar 2008 – den palästinensischen Rechtsanwalt Issam Ounis – in der Gedenkstätte und in Weimar betreut. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora verurteilen alle Aktivitäten, die den Holocaust leugnen oder das Existenzrecht des Staates Israel in Frage stellen.

Prof. Dr. Volkhard Knigge
Stiftungsdirektor

Die Deutschlandfunk-Rezension „Literarisches Fastfood“ über Tenenboms Buch finden Sie hier

Einen Artikel über Tenenboms Recherchemethoden in Weimar finden Sie hier