Aufmarsch der NVA auf dem ehemaligen Appellplatz des KZ Mittelbau-Dora 19. Oktober 1978. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Die Gedenkstätte zur Zeit der DDR

Ende der 1940er Jahre war vom ehemaligen Lager kaum noch etwas zu sehen. Erhalten waren lediglich das Krematorium, die Feuerwache und das Lagergefängnis, in dem 1944/45 Hunderte gefoltert und ermordet worden waren.

1952 ließen DDR-Behörden das Gefängnis gegen den Widerstand ehemaliger Häftlinge abtragen. Etwa zur gleichen Zeit begannen Nordhäuser Bürger, darunter der Buchenwald-Überlebende und spätere Bürgermeister Fritz Gießner, damit, das Areal um das ehemalige Krematorium und das Aschegrab als Friedhof und Gedenkort zu gestalten. Seit dieser Zeit besuchten den Ort auch ehemalige französische Häftlinge und deren Angehörige im Rahmen jährlicher "pèlerinages" (Pilgerfahrten).

1964 gründete die SED-Kreisleitung die "Mahn- und Gedenkstätte Dora" und ließ vor dem ehemaligen Krematorium eine (eigentlich für die Gedenkstätte Auschwitz entworfene) Plastik des Künstlers Jürgen von Woyski aufstellen. Zwei Jahre später wurde im ehemaligen Krematorium eine Dauerausstellung unter dem programmatischen Titel "Die Blutspur führt nach Bonn" eröffnet.

In der Erinnerungspolitik der DDR spielte die Gedenkstätte Mittelbau-Dora jedoch nie eine tragende Rolle. Im Gegensatz zu Buchenwald, Sachsenhausen und Ravensbrück wurde ihr von der DDR-Regierung nicht der Status einer "Nationalen Mahn- und Gedenkstätte" zugebilligt; Mittelbau-Dora stand immer im Schatten Buchenwalds, auch wenn man sich lokal bemühte, die Gedenkstätte weiter auszubauen.

Anfang der 1970er Jahre ließen die lokalen Behörden den völlig überwucherten ehemaligen Appellplatz zum "Ehrenplatz der Nationen" mit Rednertribüne, Flammenschale und Fahnenmasten umgestalten. 1988 begannen Schachtarbeiten zur Öffnung der Stollenanlage, wurden aber im gleichen Jahr wegen Geldmangel wieder eingestellt.