Fotodokumentation zur V2-Montage im Mittelwerk, 1945. Foto: KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Der Beginn: Die Verlagerung der Raketenproduktion
von Peenemünde in den Kohnstein

Der Gründung des KZ Mittelbau-Dora ging die Entwicklung der als Terrorwaffe konzipierten A4-Rakete in der Heeresanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom voraus. Im Frühsommer 1943 lief dort, aber auch bei den Rax-Werken in Wiener Neustadt und bei Zeppelin in Friedrichshafen am Bodensee die Serienfertigung dieser später unter der Propagandabezeichnung "V2" bekanntgewordenen Waffe an.

Ein schwerer Luftangriff der Royal Air Force in der Nacht auf den 18. August 1943 bereitete jedoch der Peenemünder A4-Produktion ein schnelles Ende. Auch an den beiden anderen Produktionsstandorten war die A4-Fertigung durch alliierte Luftangriffe im Juni und August des Jahres zumindest in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Luftangriff auf Peenemünde forcierte die Entscheidung zur Verlagerung der A4-Produktion in weniger luftgefährdete Regionen. Die Wahl fiel auf ein Stollensystem der Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft (Wifo) im Kohnstein bei Nordhausen in Thüringen. Dort hatte die Wifo seit 1936 ein unterirdisches Treibstofflager für die Wehrmacht ausbauen lassen, das im Spätsommer 1943 nahezu fertiggestellt war.